Feeds:
Artikel
Kommentare

Mit ‘Gastbeitrag’ getaggte Artikel

Heute hat mir jemand, der in Wolfsburg lebt, einen Kommentar über seine Gedanken – zu der Stadt aus der er kommt, den Positiven Begegnungen und der Gewaltattacke der vergangenen Samstag Nacht – zukommen lassen. Vielen Dank, dass ich diese Worte als Gastbeitrag verwenden darf!

DANKE Homo-Hasser! DANKE liebe AIDS-Hilfe!

(Ein zynischer, offenherziger, emotionaler und ehrlicher Kommentar)

Hier in Wolfsburg war es noch nie ein leichtes Pflaster für Schwule und Lesben. Das hat sich bis heute nicht geändert. Es gibt keine Szene wo man sich trifft. Wagt man es, sich herzlich mit einer Umarmung zu begrüßen, hört mans schnell am ZOB aus den Ecken rufen: „Ey! SCHWUCHTEL!“. Beim Spazieren um den Allersee zieht man besser keine modischen Klamotten oder gar enge Jeans an, die einen also Homo outen könnten, sonst ist man schnell gezwungen, einen Schritt schneller zu gehen um den zwielichtigen, pöbelnden Gruppen zu entgehen.

Umso interessanter fand ich, Wolfsburg als Wahl zum Konferenzort der gesamten Deutschen AIDS-Hilfe zu machen. Denn hier gibt es nicht einmal einen CSD. Schwul und lesbisch ist man hier nicht. Der intellektuelle Homo wählt zwischen offenem Outing oder Karriere innerhalb der Volkswagen-Hierarchie. Kaum einer ist bereit, die Nachteile für ein offenes Outing in Kauf zu nehmen. Aber eins ist man hier in Wolfsburg ganz sicher nicht: Krank oder gar HIV positiv!

Aha! Eine Konferenz also! Danke AIDS Hilfe!

Ich möchte mich bei der gesamten Deutschen AIDS-Hilfe bedanken, dass ihr es in das große Industriedorf Wolfsburg geschafft habt, sowie für das außerordentliche Engagement. Eigentlich war alles friedlich. Bis zum Schluss. Bis einem alten und jungen Homo ordentlich die Fresse poliert wurde.

Ich möchte diese Gelegenheit nutzen und mich bei den Homo-Hassern bedanken!

Danke Homo-Hasser!

Ich versuche mich seit einiger Zeit gegen das Klischee, Wolfsburg sei ein engstirniges, intolerantes, dekadentes Stück Erde, zur Wehr zu setzen (besonders gegenüber benachbarten Großstädtern). Danke, dass ihr es schafft, dass dieses Klischee nicht nur ein Klischee bleibt.

Auf den Webseiten der Tageszeitungen lese ich – in den Leserkommentaren – zu der Prügelattacke, wie beschränkt es von den Angreifern gewesen sei zuzuschlagen, schließlich könnten Sie sich mit HIV infizieren. wenn ihnen „Blutprobe ins Gesicht spritzt“.

Bitte macht euch keine Sorgen um eure Gesundheit. Sollten die beiden, die Ihr verdrescht habt, nicht nur schwul, sondern auch HIV positiv gewesen sein und ihr ein bisschen Blut beim Draufschlagen abbekommen haben, keine Angst! Euch wird nichts passieren. Ihr bleibt gesund.Eine Medikamenteneinnahme hilft nicht nur beim länger leben der positiven, sondern schützt effektiv die Infektion weiter zu verbreiten. Euer Risiko strebt also gegen null. Wie gut, dass die zwei nicht nur an sich selbst denken, sondern auch Ihr Umfeld schützen, also in diesem Fall euch.

Bitte macht euch keine Sorgen, dass Ihr mit ernsthaften Konsequenzen für diese Aktion rechnen müsst. Mit zwei Mal 2,0 Promille, seid Ihr ohnehin nicht voll schuldfähig. Außerdem werden die Anwälte eurer Eltern das schon wieder gerade biegen. Mein Tipp: Immer schön abstreiten. Mit der Aktion bekommt Ihr höchstens ein paar Sozialstunden. Voll peinlich. Und wie mickrig! Nicht dass Ihr noch wie Schlappschwänze dasteht.

Irgendwie kann ich euch ja verstehen. Fühlt man sich machtlos gegen „die da oben“ richtet sich der Hass schnell gegen „die da unten“. Im Übrigen sind die Homos ja auch gar keine richtigen Menschen und die mag eh keiner. Männer verhalten sich wie Frauen, Frauen wie Männer. Das schafft mancher Erwachsener nicht zu verarbeiten. Da rutscht einem schon mal die Hand aus. Man möge es den kleinen 19 Jährigen nachsehen.

Außerdem ist es völlig normal, dass man einen Schlagstock dabei hat. Gegen 1:35 Uhr muss man sich ja irgendwie gegen die schlechte Welt da draußen verteidigen. Da fangen wir doch gleich mal mit den Drecksschwuchteln an. Sie sind verkehrt herum und wollen auch noch für Richtig anerkannt werden. Frechheit! Ach! Wie herrlich einfach und simpel die Welt doch sein kann.

Zum Thema Wolfsburgs- aufgeschlossenes und offenes Image und so: Der Volksmund sagt: „Der erste Eindruck zählt.“ Der Psychologe weiß: „Der letzte Eindruck ist der, welcher bleibt.“

So gesehen hättet Ihr zum Abschluss der Veranstaltung nicht besser zum Ausdruck bringen können, wie weit wir vom Thema Offenheit entfernt sind und was es bedeutet, wenn Ablehnung in Hass umschlägt und wie wichtig der Kampf gegen Diskriminierung ist.

Danke Teilnehmer!

Danke, dass ihr euch getraut habt, öffentlich aufzutreten und dem Kongress und allen HIV infizierten ein Gesicht zu geben. Ihr seid für unsere Rechte eingestanden, habt dafür gekämpft und habt euch gegen Beleidigungen zur Wehr gesetzt und Gefahr ausgesetzt. Mit eurer Präsenz habt ihr der Öffentlichkeit versucht ein neues Bild zu vermitteln, dass HIV positive längst keine Gefahr mehr für Ihre Umwelt sind und daher Ängste unbegründet.

Ich habe leider als Teilnehmer gefehlt. Gerne wäre ich teil der Community gewesen, doch eigentlich bin ich in dem Punkt Öffentlichkeit auch nicht anders, als die vielen anderen hier. Ich habe einen sehr guten Job. Ich liebe meine Arbeit, ich liebe mein Leben. Es dürften viele Schranken sein, die sich mir schließen, wenn ich offen mit meiner Infektion umgehen würde. Meine Lebensperspektiven würden sich vermutlich stark einschränken. Umso mehr bewundere ich die Leute, die es schaffen offen und ohne Wenn und Aber mit Ihrer Infektion umzugehen. Trotz aller Nachteile, trotz Ausgrenzung, trotz Arbeitsplatzverlust, trotz Demütigungen in der Familie.

Ich wäre gerne dabei gewesen, doch ich habe mich entschieden, dass es nicht das richtige ist. Vor meiner Infektion hätte ich sicherlich positive Leute gemieden wenn ich davon erfahren hätte. Nicht weil mein Kopf mir nicht gesagt hätte, dass ich mit der Information dass jemand positiv ist besser dran bin als ohne. Es ist vielmehr eine emotionale Angst gewesen, die diese Distanz hat aufkommen lassen bei dem bloßen Gedanken. Eine Art Selbstschutz. Jetzt da ich selbst positiv bin, tue ich mich schwer von jemand anderem etwas zu fordern, was ich vorher selbst nicht geben konnte. Nicht weil ich es nicht gewollt hätte, sondern weil ich es nicht konnte. Dennoch hätte ich die vielen Lebensgeschichten der positiven gerne gehört.

Ob ich mich eines Tages bekennen werde weiß ich nicht. Werde ich mir Dinge anhören müssen, warum gerade ich als Kondomprediger positiv geworden bin? Werde erklären müssen, weshalb das Kondom mich nicht vor der Infektion geschützt hat? Werden sich meine schwulen Freunde von mir abwenden, weil genau diese unbestimmte Angst auch in ihnen ist und sie sie nicht unterdrücken können? Wird alles reden umsonst sein?

Ich dachte immer ich verhalte mich besser als andere. Doch es hat mich erwischt. Ich werde nun anstelle einer totbringenden Krankheit eine chronische Krankheit haben. Dank der Medikamente. Ich bin so glücklich, dass ich noch ein paar Lebensjahre geschenkt bekomme. Praktisch eine normale Lebenserwartung, mit ein paar Wehwehchen mehr zwischendurch, sagen die Ärzte. Mit nur einer Tablette Täglich. Ich will immer noch etwas in dieser Welt erreichen. Dafür sorgen, dass diese kalte Welt wenigstens ein bisschen wärmer wird. Ich bin jetzt 25 und habe immer noch die Möglichkeit, diese Welt weiter zu gestalten und zu einem besseren Ort zu machen. Ohne Hass. Ohne Angst. Ich kann immer noch etwas für diese Gesellschaft leisten.

Bis zum Zeitpunkt meiner Infektion dachte ich noch: „Wer sich heute noch mit HIV infiziert, hat was falsch gemacht.“ Ich hatte keine Ahnung.

Ich wünsche mir, dass die Medikamente weiterhin so gut werden. Das HIV das wird, was heute Syphilis ist. Behandelbar, aber vor allem genauso seinen Schrecken verliert. Das die Gesellschaft keine Angst mehr davor hat. Denn rein logisch und von den Fakten her, braucht Sie sich schon lange nicht mehr vor einem positiven zu fürchten. Doch wahrscheinlich sind die Bilder und Ängste der 80er und 90er Jahre zu präsent. Als nicht Betroffener ist es wahrscheinlich an einem vorbei gegangen, dass positive behandelte praktisch keine Gefahr für eine Übertragung darstellen. Sie arbeiten, sind teilweise Mütter und Väter. Doch vor allem sind sie eins: Teil der Gesellschaft!

Read Full Post »

Dies ist ein ganz besonderer Gastbeitrag. Nicht ich beschreibe, welche Erfahrungen ich mit meiner HIV-Infektion gemacht habe. Sondern ein Freund von mir berichtet, wie er mit mir umgeht und welche Gefühle er diesbezüglich hat. Ganz passend zum Thema meines Plakates “HIV-Positiv und Freund sein?“.

Mein Name ist Markus und man kennt mich im Web (inzwischen allerdings auch im Real Life) unter meinem Pseudonym Magic M(arkus). als Betreiber des Blogs “Gay-Party-Guide and more…“. Marcel hat mich gefragt ob ich einen Gastbeitrag schreiben würde und ich stimmte sofort zu. Lange habe ich überlegt worüber ich schreiben könne, aber was liegt eigentlich näher als darüber zu schreiben wie wir uns kennenlernten, was überhaupt dazu geführt hat und alles zusammenhängt. Vielleicht mag auch der eine oder andere daraus Erkenntnisse für sich gewinnen, für andere sowie den Umgang und die Freundschaft mit einem HIV-Positiven Menschen, es wäre zumindest wünschenswert.

Alles fing damit an das Marcel an einem Wettbewerb teilnahm mit einem Video zum Thema “Was mich antreibt” und sein erstes Blog unter dem Pseudonym “Vorstadtclown” ins Leben rief. Das passierte alles relativ kurz nachdem Marcel von seiner HIV-Infektion wußte und ist damit über zwei Jahre her. Was ich zu dem Zeitpunkt noch nicht wußte ist das Marcel öfter auch einen Blick in mein Blog geworfen hatte wenn er seine Wochenendaktivitäten plante. Zu dem Zeitpunkt hat Marcel auch viele sehr persönliche Dinge in seinem Blog veröffentlicht und nach dem ich einige Beiträge gelesen hatte sowie auch das Video kannte wurde ich zum Stammleser und Abonennten seines vorherigen Kanals bei YouTube. Ich fragte mich was ist das eigentlich für ein Mensch welcher so offen mit dieser Krankheit umgeht und den Schritt in die Öffentlichkeit vollzieht wohl ahnend bzw. wissend das HIV nach wie vor immer noch von Diskriminierung, Stigmatisierung und inzwischen sogar Kriminalisierung, wenn man einige Urteile der letzten Jahre betrachtet, geprägt ist. Wenn wir von Diskriminierung und Ausgerenzung reden ist damit durchaus genauso gut die schwul-lesbische Szene gemeint, vielleicht würde der eine oder andere erwarten das so etwas dort eher weniger präsent ist, dem ist allerdings nicht so. Davon abgesehen fand ich durch seine Blog Posts sowie den Beginn der Veröffentlichung von Videos Marcel von Anfang an symphatisch und dachte mir das es für mich überhaupt keinen Unterschied macht ob HIV-Positiv oder nicht, denn letztendlich ist er derselbe Mensch wie vor der Infektion. Ein Mensch definiert sich doch über seinen Charakter, sein Wesen und sein Handeln und das ist letztendlich das Entscheidende.

So verfolgte ich eine ganze Zeit lang Marcel online und hoffte das wir uns einmal persönlich kennenlernen würden nachdem ich schon soviel gelesen und gesehen hatte. Da wir beide ständig in Köln am Wochenende verkehrten, inzwischen wohnen wir sogar beide in der Stadt, wußte ich das im Frühjahr des vorletzten Jahres Marcel am selben Abend in einem Club in Köln war. Da in meinem Blog kein Foto von mir existiert lag es an mir auf Marcel zuzugehen. Als ich das tat wirkte er eher schüchtern und zurückhaltend auf mich, allerdings vom ersten Augenblick an symphatisch und ich mochte ihn auf Anhieb. Wir unterhielten uns beide eine kurze Zeit und im Verlaufe des Abends war ein jeder von uns mit seinen Freunden beschäftigt und man verlor sich aus den Augen, das war der Anfang.

In den folgenden Wochen und Monaten begegneten wir uns häufig auf irgendwelchen Parties und Events, begrüßten uns und führten von Mal zu Mal immer längere und intensivere Gespräche. Von einem meiner beiden besten Freunde abgesehen gibt es bis dato keinen Menschen mit dem ich mich länger auf Parties unterhalten habe obwohl diese eigentlich auch zum Feiern gedacht sind.

Leider haben viele Menschen Berührungsängste mit HIV-Positiven, ich kann mich an keine Situation erinnern in der das bei mir der Fall gewesen wäre, im Gegenteil ich war derjenige welcher auf Marcel zuging und sich darüber freute das er ebenfalls bei den Events anwesend war, auch an Gesprächsstoff hat es uns bis heute nie gemangelt. Mit der Zeit lernten wir uns immer besser kennen und ich war derjenige der Marcel immer herzlicher begrüßte, Marcel kann durchaus schüchterner wirken als es scheint, was nach anfänglichem und förmlichen Händeschütteln bedeutete das man den anderen bespielsweise in den Arm nimmt zur Begrüßung oder auch wenn es einem Menschen vielleicht emotional gerade nicht so gut geht, was vorgekommen ist, dem anderen körperliche Nähe zu geben und da zu sein, ein Getränk oder das Essen miteinander zu teilen und viele Dinge wie Freunde und Menschen die sich mögen miteinander umgehen, im Endeffekt ganz alltägliche und selbstverständliche Dinge. Was sollte mir schon dabei passieren? Gar nichts, so einfach ist das und doch so schwer für manche Menschen zu begreifen.

Ich ging und gehe mit Marcel um wie mit jedem anden Menschen auch den ich mag und der mir näher steht, warum sollte ich das auch anders handhaben denn es gibt dafür keinen Grund. HIV ist ein Thema was jeden betreffen kann und jeder sollte im Sinne der Verantwortung für sich selbst aber auch gegenüber dem anderen darüber informiert und aufgeklärt sein, leider bestätigt sich oft im Leben das dies nicht der Fall ist und noch viel zu tun bleibt. Eigentlich sollte jeder Mensch was die Übertragungswege und Risiken betrifft Bescheid wissen. Von daher ist alles ganz entspannt, zumindest aus aufgeklärter und informierter Sicht.

Gegen Ende des vorletzten Jahres rückte Marcel durch sein Wirken bei der IWWIT-Kampagne, u. a. mit einem Zitat das ihn bis heute begleitet: “Ich wollte nie wieder Sex haben.”, verstärkter in den Fokus der Öffentlichkeit. Begleitet durch Printkampagnen und Interviews in Zeitschriften u. ä. lernten auch die Menschen Marcel “näher kennen” wenn man so will, die bisher nichts von ihm wußten und gerade in der schwul-lesbischen Szene geht der Informationsfluß oftmals recht schnell. Marcel schrieb vor einiger Zeit im Zusammenhang mit einer Geste von Lady Diana in Bezug auf HIV, obwohl es keinesfalls direkt vergleichbar ist fühlte ich mich doch an folgende Situation seinerzeit ein wenig erinnert. Man muß vorwegschicken, auch wenn in meinem Blog oder Fotostream bei Flickr keine Fotos von mir existieren, im Web auf Portalen mit Partyfotos doch sehr viele. In dieser Zeit während der oben angesprochenen Kampagne begegneten wir uns sehr oft auf einer der Parties in Köln. Wie gewohnt wurde ich von einem der mir bekannten Fotografen angesprochen, dieses Mal wollte ich aber ausdrücklich nicht mit irgendjemand anderes sondern nur mit Marcel an diesem Abend fotografiert werden (eigentlich läßt er sich gar nicht so gerne fotografieren), zum einen weil es bisher kein gemeinsames Fotos von uns gab, aber auch zum anderen da ihn doch recht viele damals schon vom Sehen und der Kampagne jetzt kannten um zu zeigen, wir sind befreundet und das ist gut so, vollkommen selbstverständlich für mich, ohne wenn und aber.

Anfang letzten Jahres fiel uns dann beiden auf das obwohl wir uns ständig sehen noch nie etwas gemeinsam unternommen haben, das änderten wir. Von da an haben wir oftmals etwas gemeinsam unternommen und es war für mich immer völlig normal mit einem Menschen den ich mag so umzugehen wie oben beschrieben. Da ich bzw. wir im Verlaufe des Jahres auch häufig mit dem Auto unterwegs waren habe ich mich vor eine ganz andere Frage gestellt die für die meisten Menschen sicher sehr an die Substanz gehen würde, da es sich um keine einfache Situation handelt. Als Vielfahrer der schon sehr oft Unfälle miterlebt hat auf den Autobahnen von leicht über schwer bis hin zu tödlich, was wäre bespielsweise wenn wir einen schwereren Autounfall hätten, das muss bekannterweise keineswegs selbstverschuldet sein und ich nicht die Option hätte mich selbst zu schützen weil ich z. B. den Verbandskasten nicht erreichen kann aber gleichzeitig Marcel eine Verletzung hätte die umgehendes Handeln meinerseits erfordern würde um Schlimmeres zu verhindern? Würde ich aus Angst und um mich vor einer eventuellen eigenen Infektion zu schützen die Hilfe versagen? Würde ich dabei zusehen und in dem Bewußtsein weiterleben ich hätte ernste Konsequenzen verhindern können? Nein, das würde ich nicht wie bei einem anderen Freund ebenso wenig und keinen Unterschied machen, denn dafür habe ich von Teenagerzeiten an schon viele tragische Dinge miterleben müssen wo ich nicht die Möglichkeit gehabt hätte irgendetwas dagegen zu tun.

Grundsätzlich ist es übrigens nicht so das ich auf die Tatsache das Marcel HIV-positiv ist nicht reagiere im Gegenteil, allerdings in ganz anderer Form als das jetzt der geneigte Leser vielleicht erwartet, denn es passiert in Form einer freundschaftlichen Fürsorge. Ich will damit zum Ausdruck bringen das z. B. wenn gesundheitliche Komplikationen auftreten, das müssen sie nicht aber können sie in vielfältiger Art und Weise, generell was das Wohlbefinden von Marcel betrifft ihm sicherlich mehr meine Aufmerksamkeit gilt als jemand (einem Freund) der völlig gesund ist oder aber nicht HIV-positiv. Das bedeuted nicht das ich ihn in die sprichwörtliche “Watte packen” würde, aber ihm gilt diesbezüglich mein besonderes Augenmerk, was für mich als Freund ebenso vollkommen selbstverständlich und wichtig ist.

Apropos letztes Jahr, ein Jahr in dem sich für Marcel einiges änderte aber auch viel bewegt wurde. Gegen Ende des Jahres, obwohl die Vorbereitungen schon im Herbst anfingen, war Marcel Teil einer großen und bis dato so nicht dagewesenen Kampagne zum Welt-Aids-Tag. An ihm und seinen drei weiteren Kampagnenbotschaftern, es war auch eine Frau darunter, kam aufgrund der Anzeigen, Plakate, Postkarten, TV- und Kinospots sowie Artikeln in den Leitmedien und auch Lokalmedien kaum jemand vorbei.

Auf dem Bildmotiv von Marcel prangte in grossen Buchstaben: “HIV Positiv & Freund sein?” und ich dachte mir nur als ich zum ersten Mal davon erfuhr und es sah: “Ja, genauso ist es.” – wird sind Freunde und das ist für mich völlig normal, es gibt nichts was dagegen sprechen würde. Zugleich war ich als ich das erste Mal das Plakatmotiv sah unglaublich stolz auf Marcel auf das was er das ganze Jahr über im Rahmen der IWWIT-Kampagne, der Kampagne zum Welt-Aids-Tag und auch sonst gemacht hat, angefangen vom Blog über die Videos bis hin zu vielen weiteren Taten. Aber vor allen Dingen stolz auf ihn als Mensch und was ihn ausmacht von seinem Charakter her und seinem Wesen, stolz darauf mit ihm befreundet zu sein. Das ganze letzte Jahr über habe ich ihn auf vielen Wegen im Rahmen meiner Möglichkeiten unterstützt wo immer es ging und das habe ich verdammt gerne getan. Als die Kampagne begann habe ich etlichen Menschen erzählt das wir befreundet sind, was es mit der Kampagne auf sich hat, worum es geht und warum das alles so wichtig ist und zwar denjenigen die es hören wollten genauso wie denjenigen die es nicht hören wollten, ich habe ihnen einfach keine Wahl gelassen. ;-)

In dem Sinne, schön das wir befreundet sind.

Markus

Read Full Post »

Follow

Bekomme jeden neuen Artikel in deinen Posteingang.

Schließe dich 74 Followern an