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Mit ‘Buchingers Welt’ getaggte Artikel

Das Michael Buchinger, Österreichs erfolgreichster YouTuber, mehr als nur Videos kann, wissen wahrscheinlich schon einige von euch. Er schreibt nämlich auch eine Kolumne für das VANGARDIST-Magazin. Die letzte, welche er dort veröffentlich hat, inspiriert mich zu einem Artikel über “zu schwule” CSDs.

Es ist Sonntag, der 17.06.2012. Ich lese einen Post, welchen Michael Buchinger über seine Facebook-Seite verbreitet. Wie ihr lesen könnt, habe ich also seine Seite geliked! Ich möchte das nur vorher erwähnen, denn nur, weil ich ihn hier für einen bestimmten Textteil kritisiere, bin ich kein Anti-Buchinger. Ganz im Gegenteil: Michael Buchinger, ich feiere Dich immer noch!

Bei besagtem Post, handelt es sich um Buchingers Welt #17, seine Kolumne, die jeden Sonntag auf der Onlineseite des VANGARDIST-Magazin erscheint. Dort schreibt Michael in dieser Ausgabe, dass er die Regenbogenparade in Wien besucht hat und warum er diese nicht ausstehen kann.

Grundsätzlich ist dies natürlich erst einmal nichts schlimmes – Die Tatsache, dass man schwul ist, bedeutet nicht sofort, dass man Sympathien für diese oder ähnliche Veranstaltungen entwickeln muss. Mir gefällt auch nicht jeder CSD in Deutschland, es kommt oft auf das Talent und die Ideen – sowie die Umsetzung dieser – der Organisatoren an.

Folgender Absatz machte mich aber stutzig:

“Gerade weil das Ziel der Veranstaltung die Integration von Schwulen und Lesben in die Gesellschaft ist, fand ich sie äußerst kontraproduktiv: Hier wurde scheinbar bewiesen, dass Homosexuelle doch anders sind und einen eigenen Tag brauchen, an dem sie halbnackt die Straße entlanggehen und laut die Songs aus „Glee” hören können. Seufzend beschlossen Tabea und ich, dass die Parade „zu schwul” war (und wenn diese Aussage von mir kommt – dem Jungen, der einst ein Referat über Liza Minnelli gehalten hat -, soll das schon etwas heißen) und machten andere Pläne.”

Meiner Meinung nach, kann ein Event nicht “zu schwul” sein. Es ist nicht Sinn der Sache, dass wir uns anpassen und dann von allen geliebt werden. Es geht viel mehr darum, dass man uns so nimmt, wie wir sind.

Einige sind tuckig, manche hardcorelesbisch (gibt es das Wort?), manche eben völlig unauffällig. Jeder eben so, wie er mag und wenn dabei Klischees bestätigt werden, dann bitte, aber verbiegen muss man sich nicht, nur um der Gesellschaft zu gefallen.

Michael schreibt aber auch noch über etwas anderes:

“Obwohl es als politische Demonstration angepriesen wurde, schien die meisten Leute, mit denen ich gesprochen habe – abgesehen von ein paar sehr aggressiven Lesben auf Motorrädern – nicht politisch interessiert, sondern mehr darauf fokussiert, sich zu betrinken und ein heißes Date für den Abend abzuschleppen.”

Hier muss ich ihm teilweise Recht geben, wenn ich über meine Beobachtungen in Deutschland nachdenke. Viele Besucher der Paraden sehen den CSD als große Party mit viel Alkohol und im besten Falle auch Sex. Die Frage ist: Stört das jemanden?

Mich stört es nicht, wenn Leute sich betrinken und Sex haben, solange sie mir damit nicht schaden. Aufgrund meines Beziehungsstatus’ und der Vereinbarung zu einer monogamen Beziehung, tue ich letzteres (ersteres auch nicht unbedingt) nicht, aber warum sollte ich anderen Ratschläge geben, mir dies nachzumachen?

Es gibt höchstens einen Punkt, an dem es mich stört: Wenn es nur noch (!) darum geht! Der CSD ist ein wichtiger Tag und er muss politisch sein, wer dies völlig ausblendet, der kann auch zuhause oder woanders saufen und vögeln, aber bitte nicht diejenigen stören, die sich viel Arbeit machen, etwas zu bewirken.

Wenn ich z. B. Leute höre, die erzählen, dass sie nur da sind, weil es einfach eine geile Party ist und eigentlich sind wir ja schon voll gleichberechtigt, akzeptiert und müssen um nichts mehr kämpfen, dann schaden diese der Veranstaltung.

Heteros, die solche Worte aufnehmen und glauben, werden denken, dass wir ja eigentlich schon am Ziel sind.

Da wir dies nicht sind, schlage ich vor: Jeder soll gerne so sein wie er ist, vögeln mit wem er will, sich betrinken, wenn er dies für nötig hält, aber immer im Hinterkopf behalten, dass es immer auch um etwas politisches geht: Menschenrechte! Danke!

PS: Ich habe Michael vorher informiert, dass ich ihn öffentlich kritisieren möchte. Er hat sich sogar darüber gefreut, dass ich mich von ihm inspiriert fühle. Ich denke, dass er Kritik gut verträgt und mit seinem Text einfach provozieren wollte, damit Diskussionen angestoßen werden – Das hat er geschafft!

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