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Griechenland – Ein Land, welches vielfältige Möglichkeiten bietet, wie man seinen Urlaub dort verbringt. Und auch während der Euro-Krise, braucht man keine Angst zu haben, sich als Deutscher “zu outen” – Ganz im Gegenteil. Ein Reisebericht.

Was schreibst Du denn jetzt?

Dies ist mein erster “Reiseartikel” auf dem Blog, wobei ich mir wirklich lange Gedanken darüber gemacht habe, ob es überhaupt zu mir und dem, was ich sonst so veröffentliche, passt. In der Gefahr, dass es einige garnicht interessiert, versuche ich mich trotzdem daran, denn im Leben gibt es mehr als HIV.

Ganz nebenbei: Reisen sind toll, denn sie können Erholung mit sich bringen, Kraft geben, bieten die Möglichkeit zur Kontaktknüpfung, die Entdeckung neuer Kulturen und können manchmal auch Vorurteile abbauen, aber dazu später mehr. In kleinen Abständen gibt es auch immer wieder Anschauungsmaterial – in Form von Bildern – für euch. Los geht´s!

Hoch hinauf, auf den Lykavittos

Mit 277 Metern ist der Berg Lykavittos, meinem Empfinden nach, der höchste Punkt Athens. Auf dem Gipfel hat man eine tolle Aussicht (sogar auf die Akropolis)  und kann in einem schicken Café etwas trinken, speisen oder bei Sonnenschein ein Eis genießen.

Besonders cool war es, dass die Gastronomie dort oben so angelegt ist, dass man beim Essen einen Rundblick über ganz Athen hat. Zugegebenermaßen ist es sehr windig, aber bei Sonnenschein warm genug, um auch in leichter Bekleidung das Wetter und den Blick genießen zu können.

Und: Da hoch oben gibt es so viele Katzen, die überhaupt nicht menschenscheu sind, dass man garnicht mehr anders kann, als diese niedlichen und schmusigen Geschöpfe die ganze Zeit zu beobachten.

Die Akropolis

Vielleicht hatte ich einfach zu viele Erwartungen, aber von der Akropolis war ich leider etwas enttäuscht. Natürlich ist es ein tolles Bauwerk, welches wieder einen großen Teil Athens überragt, allerdings war dann nach einem Rundgang auch gut.

Es kann aber auch daran gelegen haben, dass ein großer Teil der Bauwerke wie Baustellen aussah, weil sie von Gerüsten und anderen unschönen Dingen umgeben waren. Nicht besonders vorteilhaft, um ein angenehmes Flair zu schaffen.

Trotzdem würde ich jedem empfehlen, die Akropolis zu besuchen, denn es ist schon ein ziemlich krasses Gefühl, dass es mitten in einer sonst modernen Stadt, so alte Bauten gibt. Ziemlich beeindruckend. Die folgenden Bilder sagen wahrscheinlich mehr aus.

Das Orakel von Delphi

Die griechische Pilger- und Weissagungsstätte – 3 Autostunden von Athen entfernt – des antiken Griechenlands, war an sich unglaublich toll anzusehen. Der Unterschied zur Akropolis ist vor allem, dass Delphi umgeben von wunderschöner Natur und einer Berglandschaft ist.

Der einzige Minuspunkt war die mangelnde Auschilderung. Außer eines – eher schlechten – Touristenplans, gab es wenig Anhaltspunkte zu erkennen, vor welchem antiken Schmuckstück man sich befindet, denn neben dem Orakel gab es auch vieles anderes zu sehen.

Vermutlich spekuliert man darauf, dass die Touristen sich einen teuren Führer leisten, der ihnen dann alles anschaulich erklärt, was auch mit einer vernünftigen Karte getan wäre.

An der Küste Griechenlands entlang – Zum Kap Sounio

An dieser Stelle wird es wahrscheinlich reichen, dass ich die Bilder sprechen lasse. Es war einfach ein Tag mit traumhaften Wetter, an dem wir uns ein Auto gemietet haben, mit dem wir entlang der Küste Richtung Kap Sounio gefahren sind.

Wie man sehen kann, bietet Griechenland – neben der kulturellen Antike – auch Sommer und Strandfeeling. Ganz besonders auffällig: Das tiefblaue Wasser, welches ich so noch nirgends gesehen habe.

Essen, Trinken + Einkaufen

In Athen kann man unglaublich gut essen gehen – Wir waren z. B. im ältesten Fischrestaurant Psaras, kleinen griechischen Tavernen, Strandbars oder tollen Cafés.

Als Vorspeise hatten wir fast immer einen griechischen Salat, der überall super schmeckte. Eine große Portion mit Tomaten, Gurken, Oliven, Schafskäse, roten Zwiebeln (lecker!) und vieeel Olivenöl, reicht auch direkt für zwei Personen.

Fisch- und Fleischgerichte, als bevorzugte Hauptgerichte, waren meistens sehr gut und natürlich gewürzt. Im Gegensatz zu manchem Essen in Deutschland, wo vielerorts mit Geschmacksverstärkern etc. gearbeitet wird, war dies eine gelungene Abwechslung.

Shoppen kann man in der Metropole Athen übrigens an vielen Ecken, ob nun auf Flohmärkten oder in Edelboutiquen: Es ist für jeden was dabei, allerdings nicht viel, was es nicht auch bei uns geben würde.

Die Menschen

Der letzte Punkt, zu dem es leider keine Bilder gibt, sind die griechischen Menschen. Vor unserer Reise haben wir uns natürlich schon gefragt, wie die Einwohner uns momentan als Deutsche aufnehmen und behandeln.

Kurz gesagt: Es ist ganz anders, als man denkt. Die Griechen sind sehr freundlich und hilfsbereit. Sobald sie gesehen haben, dass wir eine Karte gelesen haben, fragten sie meistens von sich aus, ob sie helfen können und haben uns in Einzelfällen sogar an die Zielorte geführt.

Ein sehr nettes, offenes und vor allem unglaublich touristenfreundliches Volk – Ausnahmen bestätigen die Regel! :)

Jetzt, wo ich so viel Spaß am Schreiben hatte, hoffe ich, dass euch die Bilder gefallen und ihr nichts dagegen habt, wenn ich irgendwann wieder auf den Gedanken komme, eine Reise zu dokumentieren…

Die Deutsche AIDS-Hilfe schreibt auf ihrem Blog von dem Handschlag der Prinzessin. Als Lady Diana am 9. April 1987 genau diese Geste gegenüber Aidskranken wagte, löste sie bei vielen Menschen einen Schock aus. Auch ich habe eine ähnliche Erfahrung gemacht.

Immer wieder (auch heute noch) gibt es Menschen, die nicht – oder nicht ganz – wissen, wie man sich mit HIV anstecken kann. Ob in Zeitungsberichten, TV-Interviews oder persönlichen Gesprächen: Einem HIV-Positiven einfach so die Hand zu geben ist manchmal ein Problem, welches vielleicht aus Angst und/oder Unwissenheit entsteht.

Menschen, die Offensiv anders handeln, können in solchen Situationen viel bewirken. In dem besagten Artikel der Deutschen AIDS-Hilfe heißt es z. B.:

“Und dabei geschah etwas, was die britischen und kurz darauf auch internationale Medien zu panischen Meldungen antrieb: Diana schüttelte nicht nur dem medizinischen Personal die Hände, sondern auch zehn der zumeist schwulen Patienten – ohne Gummihandschuhe zu tragen. (…) Aids betraf Schwule und Drogensüchtige, Leute, die in den Augen vieler für ihr Schicksal selbst verantwortlich waren.

Dianas Berater hatten ihr vergeblich auszureden versucht, sich ausgerechnet für solche Menschen einzusetzen. Sie befürchteten, die Prinzessin (und womöglich künftige Königin) könnte Sympathien in Teilen des Volkes verlieren. Britische Kommentatoren bezeichneten das Verhalten der zweifachen Mutter denn auch prompt als verantwortungslos. Und eine deutsche Frauenzeitschrift fragte sogar: Wird sie jetzt sterben müssen?

Damals war es so, dass der Großteil der Gesellschaft nicht besonders gut aufgeklärt war, was den sozialen Umgang mit Betroffenen angeht. Und auch heute haben viele Menschen Panik oder spekulieren nur, was eine Übertragung verursachen kann und welche Situationen eben ganz sicher nicht. Und zu letztgenannten gehört (auch) der Handschlag.

Interessant dazu sind vielleicht die Umfrageergebnisse, die ich von der Schülerin einer Krankenpflegeschule bekam.

Nun stellt man sich vor, dass HIV-Positive immer wieder abgelehnt werden und das sie vielfach die Erfahrung machen, dass Menschen nicht mit ihnen in Berührung kommen wollen. Plötzlich kommt Lady Diana daher und gibt ihnen die Hand, ohne den Eindruck zu erwecken, dass sie Angst habe.

Ganz selbstverständlich, weil sie dies auch bei jedem anderen tut. Ein Zeichen der Solidarität, dass auch Kraft schenken kann und Hoffnung macht. Warum ich dies so gut nachvollziehen kann?

Als ich mich 2009 bei meinem Arbeitgeber als HIV-Positiv outete, gab es anfangs auch Kollegen, die etwas unsicher waren, was Berührungen und Hautkontakt mit mir angeht. Mein Vorgesetzter gab mir dann in einer Dienstbesprechung vor allen anderen die Hand und sagte später, er wollte damit ausdrücken: “Jetzt geht mal weiter normal miteinander um.”

Diese Geste war nicht nur wichtig, damit die Kollegen merkten, dass ein normaler Umgang ungefährlich ist. Nein, es war auch ein tolles Gefühl, dass es jemanden gab, der mich einfach normal behandelt hat. Möglicherweise auch mit ein paar Vorbehalten und Ängsten – die verständlich sein können, wenn man vorher keinen Betroffenen kannte – aber jemand der über seinen Schatten springt, sich nicht abwendet und ein Vorbild für den Umgang miteinander sein will.

Daraufhin haben Kollegen erstmal fragend reagiert, aber sich danach auch mit Informationen auseinander gesetzt und somit voreilige Ängste abgebaut, die manchmal sehr schnell zu Diskriminierung führen können – Denn wenn Menschen auf einmal den Kontakt meiden, ist das natürlich ein beschissenes Gefühl.

Wie man sieht, ist es nicht nur wichtig, dass sich bekannte Persönlichkeiten für einen solchen Umgang einsetzen. Auch der Einsatz eines Freundes, von Arbeitskollegen oder Familienmitgliedern kann viel bewirken. Bei Betroffenen. Beim näheren Umfeld. In der Gesellschaft.

Mit Dank an Prinzessin Diana, meine(n) Vorgesetzten und alle anderen, die Normalität mit sich bringen.

Neues Video :) – Die YouTube-Videobeschreibung findet ihr wie immer unter der Verlinkung des Videos! Dort findet ihr also auch die Gewinnerin und meine Begründung, sie ausgewählt zu haben.

Sollten Dir meine Videos gefallen, würde ich mich über ein Abo, Daumen nach oben, Kommentare und Favoriten freuen.

YouTube-Videobeschreibung:

Die Gewinner der “Kein Bock auf Nazis”-Verlosung ist “noaveragegirl96″ (Sophia) die schrieb:

“Ich habe keinen Bock auf Nazis weil ich der festen Überzeugung bin, dass kein Mensch augrund irgendeiner “Andersartigkeit” als weniger wert befunden werden darf – ob jemand homosexuell, körperlich oder geistig behindert ist, aus einem anderen Land kommt oder sich durch andere Merkmale vom Durchschnitt unterscheidet – jeder von uns hat das gleiche Recht auf ein unbeschwertes Leben!”

Mir hat bei ihr besonders gefallen, dass sie nicht (wie ein paar andere) eine bestimmte Gruppe (z. B. Homosexuelle oder Juden) in den Vordergrund stellt, sondern jede Diskriminierung oder Verfolgung, egal welcher Minderheit, ablehnt.

Außerdem habe ich – nachdem ich ihr mitgeteilt habe, dass sie gewonnen hat – erfahren, dass sie die Schülerzeitung an ihrer Schule angeregt hat, über das Thema Nazis zu berichten. Wie ihr seht: Das ist ein Beispiel, sich zu engagieren oder das Thema bekannter zu machen.

Herzlichen Glückwunsch, Sophia! Dein Paket kommt in der nächsten Zeit, wie abgesprochen :)

Danke auch an ToaLingLing, der mir das Videomaterial zur Verfügung gestellt hat. Besucht seinen Kanal! :)
Zu ToaLingLings YouTube-Kanal: http://youtube.com/ToaLingLing

Cordula Drechsler, (ehemaliges?) FDP-Mitglied und momentan Stadträtin in Bad Lausick, schreibt eine E-Mail an Volker Beck (Bundestagsabgeordneter von Bündnis 90/Die Grünen) die vor Homophobie strotzt. Ein kurzer offener Brief von mir, der meinen ersten Gedankengang dazu aufzeigt.

Kampagne der Deutschen AIDS-Hilfe gegen Homophobie

Folgende E-Mail schrieb Frau Drechsler am 29. März 2012 an Volker Beck:

“Homosexueller Herr Beck,

es gibt noch westliche Länder (wie Rußland), von den islamischen Ländern mal ganz zu schweigen, die Farbe bekennen zu Homosexualität.

Auch in Deutschland denkt die Mehrheit der Bevölkerung so, sie getraut es sich nur (noch nicht) zu sagen.

Sie sollten sich in Zukunft überlegen, ob Sie nach Rußland fahren und auch in Deutschland dürfte Ihr Leben schwerer werden, mal abgesehen im (noch nicht) von Muslimen komplett dominierten Berlin (dann werden Sie auch ein schwereres Leben haben).

Es gab in jeder Zeit in Europa Entwicklungen, die eine Minderheit der Bevölkerung widerspiegelten, so auch jetzt mit der Homosexualität.

Auch diese Entwicklung wird sich in sehr kurzer Zeit als Fehlentwicklung zeigen und nicht als nachhaltig tragfähig für den Fortbestand einer Gesellschaft erweisen.

Leute wie Sie Herr Beck braucht das deutsche Wählervolk beim besten Willen nicht

Mit heterosexuellen Grüßen aus dem erzkonservativen Freistaat Sachsen

Cordula Drechsler”

Meine öffentliche Antwort:

Homophobe Frau Drechsler,

ich möchte an dieser Stelle einfach eine Frage stellen, die bereits in einem Song von Sookee Thema ist: Wie kann man nur hassen, dass Menschen sich lieben?

Sie sollten sich schämen!

Mit homosexuellen, bunten, offenen und vor allem glücklichen (denn wer gegenüber anderen Lebensweisen – die niemandem schaden – solchen Hass hegt, der hat oft ein Problem, welches er bei sich suchen sollte) Grüßen, aus dem schönen Köln.

Ihr Marcel

——————————————

Update: Entgegen meiner Info weiter unten, ist Frau Drechsler immer noch als Mitglied der FDP-Fraktion im Stadtrat vermerkt. Entweder versucht sich die FDP ihrer Verantwortung zu entziehen und rauszureden, anstatt dazu zu stehen, dass so eine Person aus ihren Reihen kommt oder Frau Drechsler ist parteilos, wird aber (aus welchen Gründen auch immer) vom Stadtrat weiterhin als FDP gehandelt. Im Moment ist das etwas unklar.

Eine kleine Info am Rande: In einigen Medien, wurde behauptet, Frau Drechsler sei Mitglied der FDP. Die FDP-Fraktion aus Sachsen hat mir folgenden Link getwittert: Klick! Sie ist also ehemalige FDPlerin, die sich aber immer noch gerne als solche verkauft.

Neues Video ;) Die YouTube-Videobeschreibung findet ihr wie immer unter der Verlinkung des Videos! Dort findet ihr auch die “Spielregeln”, um an der Verlosung teilzunehmen.

Sollten Dir meine Videos gefallen, würde ich mich über ein Abo, Daumen nach oben, Kommentare und Favoriten freuen.

YouTube-Videobeschreibung:

In diesem Video stelle ich die Aktion “Kein Bock auf Nazis” vor und verlose gleichzeitig ein T-Shirt, einen Aufkleber, eine Schülerzeitung und einen Button dieser Aktion. Zusätzlich gibt es ein “Überraschungspaket” zu gewinnen, welches mit dem Thema Safer Sex zu tun haben könnte.

Vorweg: Alle Sachen, die ich hier verlose, werde ich selber bezahlen, das bedeutet, das ich nicht gesponsert werde. Sowas muss man ja auf YouTube mittlerweile dazu sagen.

Was ihr tun müsst, um auf den verschiedenen Plattformen zu gewinnen?

YouTube: Füge dieses Video zu Deinen Favoriten hinzu + vervollständige den folgenden Satz in den Kommentaren: “Ich habe kein Bock auf Nazis, weil…”

Facebook / Google+: Teile das Video + vervollständige den folgenden Satz in den Kommentaren unter dem Videolink auf meiner Page: “Ich habe kein Bock auf Nazis, weil…”

Twitter: Retweete meinen Tweet zu diesem Video + schreibe eine vervollständige folgende Reply an mich: “@Teilzeitvlogger #KBAN weil…”

Blog: Kommentiere unter den Artikel, der zum Video gehört, warum Du keinen Bock auf Nazis hast, also wie oben: “Ich hab kein Bock auf Nazis, weil…”

Wichtig: Du solltest unter mein das Video auf meiner Facebookseite / Google+ Seite kommentieren. Falls Du dies nämlich unter das geteilte Videos einer anderen Person tust, kann ich es nicht sehen.

Einsendeschluss ist Ablauf des 31.03.2012.

Der Kommentar, welcher mir am besten gefällt, weil er besonders kreativ, lustig oder einfach sinnvoll ist, gewinnt – Viel Glück!

Zu der Website von Kein Bock auf Nazis: Klick!

Unter dem Titel „Keine Kriminalisierung der HIV-Infektion!“ hat die Deutsche AIDS-Hilfe heute ein Positionspapier veröffentlicht.

Darin fordert der Dachverband der Aidshilfen in Deutschland die Abschaffung der Strafbarkeit selbstbestimmter sexueller Handlungen, bei denen HIV übertragen worden ist oder hätte übertragen werden können („HIV-Exposition“).

Solange die HIV-Übertragung und -Exposition noch kriminalisiert werden, müssen Gerichte zumindest berücksichtigen, dass eine gut funktionierende HIV-Therapie genauso wirksam vor der Übertragung des Virus schützt wie Kondome.

DAH-Vorstandsmitglied Carsten Schatz:

„Die strafrechtliche Sanktionierung der sexuellen HIV-Übertragung bürdet Menschen mit HIV einseitig die Verantwortung auf und schadet der HIV-Prävention. Es ist Zeit, diese diskriminierende und kontraproduktive Rechtspraxis endlich zu beenden. Für den Schutz vor HIV sind immer alle Beteiligten verantwortlich, nicht nur HIV-Positive.“

DAH-Geschäftsführerin Silke Klumb erklärte am Freitagmorgen bei der Pressekonferenz zur Eröffnung der Münchner AIDS- und Hepatitis-Tage:

„Wer das Strafrecht als Mittel der HIV-Prävention begreift, geht von falschen Annahmen aus. Die Strafbarkeit verhindert keine Infektionen, sondern begünstigt die Verbreitung von HIV. Sie suggeriert Menschen, dass allein die HIV-Positiven für den Schutz zuständig sind. Die erfolgreiche Prävention in Deutschland beruht aber auf dem Grundprinzip, dass jeder Mensch sich selbst schützen kann, wenn man ihm die Möglichkeit dazu eröffnet.“

Die Kriminalisierung der HIV-Übertragung schadet der Prävention auch deswegen, weil sie zur Stigmatisierung von Menschen mit HIV beiträgt. Das kann zur Folge haben, dass HIV-Positive sich nicht trauen, ihre Infektion sowie Schutz vor einer Übertragung zu thematisieren. Da nur bestraft wird, wer von seiner Infektion weiß, kann die Kriminalisierung außerdem Menschen vom HIV-Test abhalten. Das ist fatal, denn HIV-Infektionen werden unter anderem dann effektiv verhindert, wenn möglichst viele Menschen von ihrer Infektion wissen und sich behandeln lassen.

Die Deutsche AIDS-Hilfe hofft auf eine breite gesellschaftliche Debatte zu diesem Thema. Justiz, Politik und Medien sind aufgerufen klarzustellen: Die Verantwortung für den Schutz vor HIV lässt sich nicht delegieren. Gefragt ist stattdessen ein offenes gesellschaftliches Klima, in dem Sexualität, Rausch und HIV keine Tabus sind. Wer sich gegen die Diskriminierung von Menschen mit HIV einsetzt, nützt auch der Prävention.

Die Deutsche AIDS-Hilfe hatte Ende Februar bereits die „Osloer Erklärung“ unterzeichnet, in der Organisationen und Menschen aus zahlreichen Ländern ein Ende der Strafbarkeit fordern. In der Schweiz wird ein entsprechendes Gesetz voraussichtlich bald modifiziert.

Weitere Informationen: Informationen zur rechtlichen Situation (Strafrecht)

Kann man durch Zufall politisch werden oder hängt die Politik zwingend mit vielen Dingen, die wir tun, schon zusammen? Ich habe irgendwann festgestellt, dass einige meiner Gedanken schon politisch waren, bevor mir dies klar wurde.

Schreiben. Das war schon immer eine Leidenschaft von mir. Wie sie entstanden ist, dass weiß ich garnicht mehr so wirklich. Irgendwann habe ich damit angefangen und Interesse daran gefunden, so wie man auch einfach andere Dinge durch Zufall kennenlernt, die man mag.

Lange bevor ich einen Blog eröffnete, habe ich bereits geschrieben. Es fing mit einem schlichten Tagebuch – dessen Name irreführend ist, weil ich es nur einmal die Woche führte – an. Irgendwann kam dann ganz von alleine die Lust etwas anderes zu machen. Prosa, Kurzgeschichten, Gedanken. Was mir halt gerade so in den Sinn kam.

Vor allem nach meiner HIV-Diagnose habe ich dieses Hobby genutzt, um meinen Kopf frei zu bekommen, zu reflektieren und mich später auch öffentlich – in Form des Blogs – auszudrücken. Dabei gab es dann zu vorher einen gravierenden Unterschied: Scheinbar wurde ich plötzlich politisch.

Zugegebenermaßen habe ich mich schon etwas früher mit Politik auseinander gesetzt, bin wählen gegangen und wollte mich wenigstens etwas auf dem Laufenden halten. Aber ich hatte nie das Bedürfnis mich richtig an diesem Prozess zu beteiligen (auch wenn man dies mit der Stimmabgabe bei einer Wahl automatisch tut).

Ich kannte Parteiprogramme und habe danach entschieden, wer mich (oder uns) meiner Meinung nach vertreten solle. Ideen einzubringen, Projekte mitzugestalten oder die Politik nicht mehr als statisches, unveränderbares Thema zu sehen, war mir aber damals noch fremd.

In den letzen zwei Jahren hat sich dies aber umgekehrt: Vom Versuch eine Jungpositivengruppe wieder aufleben zu lassen, über die Mitarbeit in und an Präventions- und Antidiskriminierungskampagnen, bis zu interessanten Gesprächen mit Politikern aus dem In- und Ausland. Mir wurde klar, dass vieles, worüber ich mir Gedanken mache, mit Politik verknüpft ist.

Allein das Medium Internet, welches ich überwiegend nutze, hat etwas politisches. Es kann dazu beitragen, dass sich Menschen – wie in der arabischen Welt – vernetzen und versuchen ein gemeinsames Ziel umzusetzen: Freiheit!

Mit Ausnahme bestimmter Regionen in der Welt, kann jeder einzelne seine individuelle Meinung in die Welt hinaus tragen und gegebenenfalls für eine breite Öffentlichkeit zugänglich machen. So gelingt es sich Gehör zu verschaffen, welches man unter anderen Umständen vielleicht nicht erreichen würde.

Und genau dies ist der springende Punkt. Mit dem ersten Artikel, den ich im Internet veröffentlich habe, versuchte ich mir Gehör zu verschaffen. Ohne das Netz hätte ich dies nicht probiert, denn zum damaligen Zeitpunkt war z. B. die Arbeit und Vernetzung in einer Aidshilfe keine Alternative für mich (Die Gründe lagen bei mir, nicht bei der Organisation). So aber konnte ich es im Alleingang beginnen.

Bleibt nur die Frage: Warum nicht bereits früher? Muss ich mir auch selber vorwerfen, dass ich auch schon vorher für bestimmte Dinge hätte kämpfen können? Oder kommt die Einsicht, wie bei vielen Menschen, erst dann, wenn man selber betroffen oder bedroht ist?

Darauf habe ich keine Antwort. Ich weiß es nicht. Was ich aber weiß ist, dass es nie zu spät ist, sich zu engagieren. Egal für welche Sache oder auf welchem Weg.

Mit was beschäftigt ihr euch zum Beispiel im Moment? Sind diese Gedanken vielleicht schon auf gewisse Art und Weise politisch? Ein kleines Stichwort, für eine Bewegung, die viele mitmachen, obwohl sie sich eigentlich als unpolitisch bezeichnen: ACTA

Manchmal fällt einem erst auf dem zweiten Blick auf, dass man bereits politischer ist, als man glaubt. Vielleicht wird man also doch nicht so plötzlich politsch.

In diesem Sinne: Lasst euren Gedanken freien Lauf!

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