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Archiv für die Kategorie ‘Sonstiges’

Ein ganz besonderes Jubiläum, über eine Entscheidung, die mein Leben verändert hat. Wenn es euch gefallen hat, würde ich mich freuen, wenn ihr einen Daumen hoch gebt und das Video teilt, weil mir das Thema wirklich wichtig ist.

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Hattet ihr auch schon mal ein Coming Out oder kennt ihr Leute, die sich geoutet haben? Wie ist es gelaufen? Wie würdet ihr z. B. reagieren, wenn euer bester Freund oder eure beste Freundin sich euch anvertraut?

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Kennt ihr das?

Kennt ihr das, wenn ihr mit einer Situation einfach nicht zufrieden seid? Kennt ihr das, wenn eure Motivation quasi unter der Erde begraben liegt? Kennt ihr das, wenn ihr etwas tolles erfahren habt, aber noch niemandem davon erzählen dürft?

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Feiertage eignen sich doch besonders gut dazu, sich Gedanken zu machen. Heute war ein solcher, an dem ich über viel nachgedacht habe und über einiges werde ich jetzt schreiben. Wo fange ich an?

Eigentlich sollte ich in diesem Moment über meinen Unterlagen hängen und Mathematik pauken, da ich am Samstag eine Zugangsprüfung absolviere, um ab Oktober studieren zu können. Meine Motivation befindet sich aber gerade an einem Tiefpunkt.

Auf die Prüfung bin ich, was Deutsch und Englisch betrifft, perfekt vorbereitet. Aus diversen Gründen konnte ich mich auf Mathematik aber erst verspätet, wahrscheinlich zu spät, vorbereiten und werde (davon gehe ich aus) die geforderten 60% richtigen Lösungen nicht bewerkstelligen können.

Ich muss nicht studieren. Seitdem ich eine berufliche Ausbildung abgeschlossen habe, arbeite ich in diesem Beruf und verdiene auch genügend Geld. Aber ich will es. Ich will soziale Arbeit studieren. In aller erster Linie für mich, ohne zu wissen, welchen Beruf ich nach dem Studium genau ausüben will.

Aber natürlich will ich auch weiter kommen. Voraussetzungen erfüllen, um in einem Themenfeld zu arbeiten, dass mich ausfüllt und in dem ich am besten aufgehoben bin.

Da ich aber kein Abitur habe, muss ich diese Prüfung schreiben, in der Abiturwissen aus drei Bereichen, eben auch Mathematik, abgefragt wird. Sich selber den Mathematikstoff aus der Oberstufe beizubringen ist aber gar nicht so leicht und beansprucht mehr Zeit, als ich gedacht hätte.

Am Samstag werde ich natürlich trotzdem mein bestes geben, aber heute, so kurz vor der Prüfung, war ich etwas geknickt, weil mir bewusst wurde, dass ich es höchstwahrscheinlich nicht schaffe. Es wird mich nichts davon abhalten, mich in einem Jahr wieder zu bewerben und anders an die Sache heranzugehen, dass macht mich in diesem Moment aber auch nicht unbedingt glücklicher.

Das sind so Augenblicke, in denen man denkt, wie Scheiße manche Situation doch gerade ist und vergisst, dass es immer eine zweite Chance gibt, auch wenn es dauern wird. Warum bin ich also so enttäuscht? Wahrscheinlich ist das normal, eine Kopfsache, die in ein paar Tagen wieder verschwunden ist.

Ich habe mich nun dazu entschieden, mich von den Unterlagen abzuwenden und ein wenig darüber zu schreiben. In der Vergangenheit hat mir so etwas immer geholfen und das wird es jetzt bestimmt auch. In meinen Kopf kriege ich gerade sowieso nichts mehr rein.

Es gibt aber auch gute Neuigkeiten: Vor zwei Tagen habe ich einen Anruf erhalten, mit einer unerwarteten, sehr tollen Nachricht. Diese wird wahrscheinlich Einfluss auf meine weiteren Aktivitäten nehmen, auch YouTube wird davon zum Teil betroffen sein.

Problem: Ich darf es “der Öffentlichkeit” noch nicht verraten! Und ich bin ein Mensch, der seine Klappe nie (!) halten kann, wenn was tolles passiert. Oh man! Das ist ungefähr so wie damals, als ich bis zur Pressekonferenz nicht erzählen durfte, dass ich offizieller Botschafter des Welt-AIDS-Tages bin.

Bisher wissen es nur ein paar Freunde, denen ich aber angedroht habe sie zu erschießen, wenn sie irgendjemandem davon erzählen. Ich spiele Counter Strike. Ich weiß, wie man Leute abknallt.

Nun ja, ich werde euch Mitte nächsten Monats, im Juni, ausführlich informieren, was passiert ist. Es wird ein Video, einen Artikel und vieles mehr von mir dazu geben! Und wenn ich sage, dass es auch Auswirkungen auf YouTube hat, dann nur positive. Sobald ich euch erklärt habe, worum es geht, werdet ihr mir zustimmen – Das wird toll!

Apropo YouTube… ja, ich weiß, ich habe lange kein Video gemacht, aber auch daran arbeite ich.

Manchmal kommt einem einfach immer etwas dazwischen. Das Leben zum Beispiel. In diesem Sinne wünsche ich euch einen schönen Abend!

PS: Kennt ihr das, wenn ihr euch etwas von der Seele geschrieben habt und euch danach besser fühlt? ;-)

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In meinen letzten Posts auf Facebook und Twitter habe ich es bereits angedeutet: Nach Weihnachten geht es auf meinem YouTube-Kanal wieder richtig ab! Besser gesagt: Ab 2013 gibt es wöchentlich die volle Dröhnung!

Teilzeitvlogger

Wer auf YouTube aktiv ist und sich etwas mit den Strukturen dort auskennt, weiß, dass es neben Persönlichkeit und Inhalt einen ganz großen Faktor für Erfolg gibt: Kontinuität! Genau deswegen wird es ab 2013 jeden Sonntag ein neues Video von mir geben! Los geht es am 06.01.2013 *konfettidurchdenraumschmeiß* *sichfragenwerdaschaosjetztaufräumt*

Mir geht es aber nicht vorwiegend um den Erfolg, sondern darum, dass ich meinen eigenen, inneren Schweinehund besiegen will. Zu oft habe ich mir vorgenommen ein Video zu drehen, es dann aber wieder gelassen. Noch öfter habe ich mich im Nachhinein darüber geärgert, weil bestimmte Themen einfach nur zu bestimmten Zeitpunkten passen und ich diesen verpasst hatte.

Außerdem habe ich immer mehr Bock auf Videos, je mehr Leute zuschauen. Mehr Leute bedeuten mehr Reichweite, bedeuten mehr Kommentare, bedeutet mehr Interaktivität, bedeutet: Genau das, was mein Ziel war und ist!

Ein Video pro Woche hört sich erst mal viel an, ist aber ohne Umstände möglich, wenn ich mir so anschaue, welchen Zeitaufwand ich bisher immer für Produktionen hatte. Natürlich nehme ich mir auch das Recht raus, einfach mal ein einfaches One-Cut-Webcamvideo zu veröffentlichen, wenn ich es nicht anders schaffe.

Thematisch bleibt alles wie bisher, mal Videos zu HIV, mal zu anderen (politischen) Themen, mal etwas ganz anderes, lustiges, provokatives und/oder unterhaltsames.

Ein paar meiner Videos, die mir besonders gut gefallen als Beispiel:
Plötzlich Schwul!? (Klick!)
Hobby? Homophobie! (Klick!)
Diagnose HIV: 2 Jahre danach! (Klick!)
Homophobe Opfer! (Klick!)
Wo warst Du als Du Dich mit HIV infiziert hast? (Klick!)

So, vielleicht kann man diese Ankündigung hier als kleines Last-Minute-Weihnachtsgeschenk verstehen. Naja, nicht alle Kommentatoren unter meinen Videos sind nett, die ärgern sich bestimmt jetzt.

Wie dem auch sei, ich freue mich auf das neue Jahr und hoffe, dass ich euch gut unterhalten kann! Für Videoideen und -wünsche bin ich, wie immer, offen. Schreibt mir alles, was ihr sehen wollt, in die Kommentare! Ciao!

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Ich habe immer wieder davon berichtet, dass ich ehrenamtlich für die “Ich weiss was ich tu”-Kampagne der Deutschen AIDS-Hilfe arbeite. Nun ist es für mich an der Zeit neue Wege zu gehen, weil ich neue Aufgaben in Angriff nehmen möchte.

Seit ca. 2 1/2 Jahren war ich nun für die IWWIT-Kampagne aktiv, anfangs als Rollenmodell, wo ich mit dem Slogan “Ich wollte nie wieder Sex haben” auf Plakaten und in Anzeigen war, um die Lebensrealität von HIV-Positiven in die Gesellschaft zu tragen und für Toleranz zu sorgen.

Danach habe ich mit diversen Medien zusammen gearbeitet, bin zu CSDs in ganz Deutschland gereist, um dort Prävention zu betreiben und habe innerhalb des Kampagnenteams an neuen Ideen und deren Umsetzung mitgewirkt.

Vor ein paar Wochen habe ich mich dann dazu entschlossen, die Arbeit bei IWWIT aufzugeben, da ich mich nicht mehr wohl gefühlt habe. Ich konnte zuletzt aus Zeitgründen nicht mehr viele Einsätze mitmachen und es hat mich auch innerlich nicht mehr befriedigt.

Es mag auch daran liegen, dass es sehr viel Kraft kostet, an den vielen Wochenenden nach Berlin und in andere Städte zu reisen, um dort dann seine Zeit mit ehrenamtlicher Arbeit zu verbringen. Da ich auch noch einen normalen Beruf habe, fällt dann die Erholung oft einfach flach.

Ich bin an einen Punkt angekommen, an dem ich mehr will, als nur Kondome zu verteilen. Ich möchte etwas inhaltliches machen, an neuen, innovativen Projekten mitarbeiten und mich, zumindest was das betrifft, etwas “aus der Öffentlichkeit” zurück ziehen.

Natürlich ist klar, dass ich mittlerweile relativ erfolgreich auf meinem YouTube-Kanal bin, mit dem ich mich natürlich auch in eine gewisse Öffentlichkeit begebe, aber das macht mir einfach super viel Spaß und da konzentriere ich mich nicht nur auf Prävention, sondern drehe auch über andere politische Dinge, die ich für wichtig halte. Ich bin dort freier und kann vielfältiger agieren. Es ist etwas anderes.

Wie dem auch sei, ich hatte oben schon angedeutet, dass ich anderes tun möchte. IWWIT hat mich an Grenzen gebracht, die ich überschritten habe. Nun möchte ich neue Aufgaben wahrnehmen, die mich wieder an neue Grenzen bringen.

In NRW gibt es die Herzenslust-Kampagne, die sich ebenfalls an Schwule, Bisexuelle und Männer, die Sex mit Männern haben (MSM) richtet. Dort werde ich mich für ein neues Projekt namens “Community Building” engagieren.

Hier geht es darum, dass die Szene in NRW zu einem großem Teil weg stirbt (Kneipen schließen, Partys machen dicht etc.), was Prävention erschwert, da man wissen muss, wo man Schwule, Bisexuelle und alle anderen erreicht, um sie zu informieren.

Warum “stirbt” die Szene? Welche Dinge wünschen sich junge und ältere Menschen, die in die Szene gehen? Sind es gleiche Wünsche oder unterschiedliche? Wenn sie sich ähneln, kann man diese Gruppen zusammen führen? Wer kann behilflich sein, die Szene zu stärken? Was kann man tun, um diese zu bestärken?

Das sind nur einige Fragen, mit denen man sich beschäftigen muss, um Hintergründe zu erkennen und mit diesen zu arbeiten. Diese neue Arbeit ist sehr viel mehr inhaltlich und auch wissenschaftlich, für mich also völliges Neuland – Aber genau das reizt mich!

Abgesehen davon wird es auch für mein Studium von Nutzen sein, wenn ich mich mit solchen gesellschaftlichen und sozialen Fragen beschäftige, in der sozialen Arbeit macht man so etwas ja auch häufiger.

Mir liegt es am Herzen, die Community und deren Vielfalt zu stärken. Herzenslust bietet mir erstmalig die Möglichkeit, mich sehr stark in dieses Themenfeld einzubringen. Ihr wisst ja wie wichtig mir solch politischen Projekte sind, nicht nur auf Prävention bezogen.

Eigentlich wollte ich hierzu gar nichts schreiben, aber da ich euch immer so öffentlichkeitswirksam an meinen Aktivitäten für IWWIT habe teilhaben lassen, wollte ich euch auch die Veränderungen und Gründe dafür näher bringen. Natürlich komme ich auch darauf zurück, wenn ich mal eure Meinung oder Hilfe zu/für die neuen Aufgaben brauche. Bisher seid ihr da immer sehr zuverlässig gewesen.

Bis dahin! Habt einen schönen Abend!

 

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“Positive Begegnungen” ist Europas größte Selbsthilfekonferenz von und für Menschen mit HIV/Aids und ihrer An- und Zugehörigen, die alle zwei Jahre veranstaltet wird. Warum ich teilnehme, wo ihr euch selber ab sofort anmelden könnt und in welchen Bereichen ich in diesem Jahr mitwirke? Lest selbst!

Die Positiven Begegnungen 2010 in Bielefeld, waren meine ersten Erfahrungen mit Selbsthilfe, nachdem ich 2009 meine HIV-Diagnose bekommen habe. Ich war super aufgeregt, was es dort zu sehen gibt, welche Menschen ich treffe und ob es mir überhaupt etwas bringen würde.

Und was soll ich sagen? Ich wurde gut aufgenommen, es gab spannende Workshops zu den verschiedensten Themen und eigentlich sind die Positiven Begegnungen der Grund, warum ich “plötzlich politisch” wurde.

Nach den Veranstaltungstagen wurde mir klar, wie viel man gemeinsam erreichen kann. Warum es wichtig ist, sich auszutauschen und miteinander zu wachsen, dass man den Mund nicht einfach halten darf, sondern seine Gedanken äußern sollte und wie man sich überhaupt engagieren kann, um etwas zu verändern.

Besonders schön ist die Vielfalt, welche man dort erleben kann. Egal wie alt man ist, welche sexuelle Orientierung man hat, ob man weiblich oder männlich ist: Jeder ist Willkommen! Und genau das ist die Stärke der Positiven Begegnungen – Alle profitieren von den Gemeinsamkeiten, aber auch von den Unterschieden, die natürlich ebenso angesprochen und diskutiert werden!

Vor allem die Teilnahme von An- und Zugehörigen war für mich sehr spannend, weil sie viel zu sagen haben und eine Perspektive beleuchten, die wir Menschen mit HIV/Aids oftmals nicht sehen. So geben auch sie gute Impule in den Workshops, um zusammen mit allen anderen zu erarbeiten, wie man sich selbst und seine Infektion am besten akzeptiert und zusammen gegen Diskriminierung vorgehen kann.

In diesem Jahr finden die Positiven Begegnungen von 23. – 26. August in Wolfsburg statt. Hier gehts zur Anmeldung: Klick! Das vorläufige Programm findet ihr hier!

Geplante Themenschwerpunkte der Konferenz:

  • HIV und Kriminalisierung
  • Kultur des Erinnerns
  • Altern mit HIV
  • HIV im Erwerbsleben
  • Modern Networking – Selbsthilfe im Internet
  • Zukunft der Selbsthilfe

Und: Ich bin als Teilnehmer für eine Podiumsdiskussion zum Thema Kriminalisierung eingeladen! Auf dieser Podiumsdiskussion wollen wir für eine breitere Öffentlichkeit – auch mit JuristInnen und VertreterInnen der positiven Community – über die Auswirkungen der Kriminalisierung für den Einzelnen, die Prävention und die Gesellschaft diskutieren und dabei Aspekte der Moral und der Schuldzuweisung berücksichtigen.

Höchstwahrscheinlich werde ich meinen Standpunkt veranschaulichen, indem ich ganz klar begründe, warum ich meinen Sexualpartner nicht (!) angezeigt habe und warum Einzelverantwortung immer im Vordergrund stehen sollte. Wenn es soweit ist, werde ich dazu bestimmt auch hier einen Artikel posten.

Ganze besonders freue ich mich, zum ersten Mal als Referent beim Workshop “Modern Networking – online oder offline?” dabei zu sein. Ersetzen die digitalen Medien die „realen“ Treffen von Menschen in der Selbsthilfe, oder sind sie lediglich eine Ergänzung?

Welche Themen lassen sich über digitale Netzwerke diskutieren? Wo sind die Grenzen der Nutzung? Welchen Einfluss haben „Site-Administratoren“ auf die Diskussionen, und wie sicher sind die neuen Medien in Bezug auf die Preisgabe persönlicher Daten?

Es würde mich freuen, wenn ihr euch anmeldet, falls ihr Interesse habt – Entweder als Mensch mit HIV/Aids oder eben als An- bzw. Zugehöriger. Wir sehen uns im August in Wolfsburg!

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1 Jahr, 52 Wochen, 365 Tage, 8760 Stunden, 525600 Minuten, 31536000 Sekunden – Das Jahr neigt sich dem Ende zu + wie in fast jedem Blog, ist es Zeit für einen kleinen Jahresrückblick!

2011 war eines der aufregendsten Jahre für mich. Vieles hat sich verändert, es gab ein paar Neuanfänge und Dinge, mit denen ich abgeschlossen zu haben schien, lebten wieder auf.

Anfang Dezember des letzten Jahres habe ich meinen alten Blog geschlossen, weil ich mich einem gewissen Druck ausgesetzt fühlte. Es war schwierig mit einigen negativen Reaktionen umzugehen, als meine IWWIT-Kampagne veröffentlicht wurde und ich zum ersten Mal zeitgleich auch in größeren Medien, als nur homosexuellen Zeitschriften, auftauchte.

Die Zeit bis zum Anfang des neuen Jahres habe ich genutzt, um zu lernen, wie man mit dem Internet, sowie den Menschen die sich dort tummeln, umgeht. Ein kleines bisschen dazu habe ich ja schon im letzten Artikel berichtet.

Im Januar war es dann soweit und ich habe einen Schritt gemacht, den ich bis heute nicht bereue: Diesen Blog eröffnet.

Durch Hilfe des BILDblog (u. a. einer meiner eigenen Lieblingsblogs) habe ich für den Artikel “Schubladen langweilen mich, da stecke ich schon ewig drin…” direkt zu Beginn eine sehr hohe Resonanz erhalten. Bis heute ist dies übrigens der meist gelesene + kommentierte Artikel in 2011.

Hinzu kam Anfang des Jahres auch der Beginn meiner Medikamententherapie - Meine Blutwerte standen auf der Kippe, ab der eine solche empfohlen wird und mir ging es echt nicht gut. Meine Tage waren von Trägheit, einem kraftlosen Gefühl und wenig Motivation geprägt.

Es war keine leichte Entscheidung, ob ich beginnen soll oder nicht. Will ich jeden Tag durch Tabletten erinnert werden, dass ich krank bin? Will ich diesen Schritt mit dem Wissen gehen, dass ich nicht einfach aufhören kann, sondern vielleicht mein Leben lang Medikamente schlucke?

Ich zitiere mich mal selber:

“Es war damals ein bisschen so, als wenn ich gerade erst die Ängste nach meiner Diagnose komplett besiegt habe – Und Schwupps – Da sind sie, die nächsten Ängste, dieses Mal zwar aus etwas anderem Grund, aber sie sind wieder da.”

Irgendwann habe ich mich dazu durchgerungen und es war, für mich persönlich, die richtige Entscheidung. Ein paar Wochen später war ich fit wie ein Turnschuh, konnte endlich wieder Sport und anderen Aktivitäten nachgehen und habe ein Stück Lebensqualität zurück gewonnen.

Mit dem Video “Wo warst Du als Du Dich mit HIV infiziert hast” wurde dann im Februar mein YouTube-Kanal eingeweiht – Im nächsten Jahr habe ich übrigens vor, diesen noch intensiver zu nutzen + ca. alle zwei Wochen etwas hochzuladen – Nicht nur zu HIV, sondern auch zu allgemein gesellschaftlichen Themen.

In den Monaten März, April und Mai habe ich mir viele Gedanken zu einem Angebot gemacht, welches ich später nochmal erwähne. Viele Gespräche mit Beteiligten, aber auch Freunden haben es mir erleichtert, mich zu einem Engagement zu entschließen, welches alles in den Schatten gestellt hat, was ich vorher gemacht habe.

Außerdem habe ich im Frühjahr an einer Aktion zum Tag gegen Homophobie teilgenommen, sowie probiert die Jungpositivengruppe der Essener AIDS-Hilfe wieder ins Leben zu rufen.

Leider war die Resonanz auf das Angebot der Gruppe nicht besonders hoch, daher ist diese momentan eingestellt, was ich sehr schade finde. Vielleicht meldet ihr euch, bei Bedarf und Interesse, unter den Kontaktdaten, die ihr in dem Link oben findet.

Im Sommer, sprich Juni, Juli und August habe ich mich in meinem Privatleben, aber auch aktivistisch, sehr viel mit Politik und Entscheidungsfreiheit auseinander gesetzt.

Ein Artikel, den ich zu dieser Zeit veröffentlicht habe, war “Therapiezwang: Volksgesundheit vs. Entscheidungsfreiheit”, der sich damit beschäftigt, ob z. B. Politiker das Recht haben, uns vorzuschreiben, ob und wann wir eine HIV-Therapie beginnen sollen. Meine Meinung ist immer noch: Nein! – Die Begründung im Detail, findet ihr im entsprechenden Artikel.

Was mich am meisten Überwindung gekostet hat: Zum ersten Mal habe ich im Blog eine Prosa veröffentlicht. Wie einige wissen, schreibe ich auch für mich selber sehr viel, wovon ein Großteil nicht für die Öffentlichkeit bestimmt ist. Aber hier habe ich es mich mal getraut und über viele nette Rückmeldungen gefreut.

Eines der Videos, das immer noch sehr emotional für mich ist, war “Diagnose HIV: 2 Jahre danach”, welches ich maßgeblich drehte, weil so viel Scheiße an einem Stück zusammen gekommen ist, das ich kaum noch Kraft fühlte. Diesen Moment wollte ich unbedingt einfangen, weil es mir half darüber zu sprechen + weil ich zeigen wollte, dass ich nicht immer so stark bin, wie viele denken. Ich bin ein ganz normaler Typ, mit Höhen und Tiefen, so wie jeder von euch auch.

Der Papst hat Deutschland im September besucht und natürlich musste ich auch darüber schreiben – Vor allem die Aussagen von Norbert Geis (CSU) haben mich ziemlich erregt (im negativen Sinne!). Das Gegenstück dazu, nämlich ein Grund zur Freude, war die Rede von Carsten Schatz: Päpste sind Mörder!

Die letzten Monate Oktober, November und Dezember war ich Teil von etwas ganz besonderem – Am 28. Oktober war Start der Kampagne zum Welt-Aids-Tag und ich fragte euch: Ich bin Botschafter – Und Du!? In diesem Artikel könnt ihr übrigens auch viel aus den Vormonaten erfahren, da ich beschrieben habe, was wir alles vorab durchliefen.

Dann ging alles ganz schnell – Erst flog ich nach München zur Süddeutschen Zeitung, danach ging es weiter in Berlin bei der Pressekonferenz mit dem Bundesgesundheitsminister. Plötzlich war ich in Köln, zu Interviews mit der Bravo + Popcorn und am Ende in meiner Heimat Essen, wo ich Besuch vom WDR, N24, Pro7 und Sat1 bekam, sowie mit diversen Radiosendern sprach.

Zwischendurch besuchte ich eine internationale Präventionskonferenz, bei der ich eine kenianische Ministerin und den Vorsitzenden von UNAIDS kennen lernen durfte und ihr konntet auf YouTube erfahren, was der Weltaidstag für mich bedeutet.

Plakate, ein TV- und Kinospot, Postkarten, Anzeigen und viele Berichte in verschiedenen Medien haben mich und die anderen Botschafter, sowie unsere Geschichten gezeigt und öffentlich gemacht. Man, war das viel Arbeit und vor allem ein toller Erfolg!

Besondere Freude machte mir die Unterstützung von Menschen, die nicht betroffen sind und sich trotzdem einsetzten, um die Kampagne bekannter zu machen. Da gibt es z. B. das Video mit KWiNK, Mauerunkraut und mir, welches viele Diskussionen auf YouTube auslöste.

Am Weltaidstag selber haben viele Blogger + YouTuber wie Manniacmind, Lisalii und Beautyküma - indem sie darüber gebloggt, getwittert oder gesprochen haben - geholfen, dass sich ihre “Fans” mit dem Thema auseinander setzen.

Bevor ich versuchte etwas zu ändern, gab es so viele Leute, die bezweifelten, dass mein Einsatz irgendetwas bewirken kann – 2011 ist das Jahr, in dem ich mir selber bewiesen habe, dass ich es kann. Allen anderen muss ich das nicht mehr…

Mir wird dieses Jahr vor allem in Erinnerung bleiben, weil ich viele Dinge mitgemacht habe (wie z. B. den Werbespotdreh und die Pressekonferenz), die nicht jeder einfach mal so macht. Es waren tolle Erfahrungen und ein großes Abenteuer, welches ich durchlaufen habe.

An vielen Sachen bin ich gewachsen, weil ich meine Grenzen aufgezeigt bekommen, aber auch überschritten habe. Tolle Menschen sind in mein Leben getreten und ich fühle auch einen gewissen Stolz in mir.

Ich bin glücklicher als jemals zuvor, nicht nur weil ich tolles erlebt habe, sondern weil ich (vor allem in den letzten Monaten) auch viel unterwegs war und registrierte, dass all die Reisen, Interviews und Auftritte schön waren, aber ich oft mein Zuhause und die Personen, die ich damit verbinde, vermisste.

Das zeigte mir, dass ich alles habe, was ich brauche. Ein tolles soziales Umfeld und viele kleine Dinge, die zusammen etwas ganz großes sind: Mein persönliches Glück!

In diesem Sinne: Danke an alle Leser, Zuschauer, Unterstützer, aber vor allem an meine Freunde! Es war ein tolles Jahr und mein einziger Vorsatz für 2012 ist, dass ich weiterhin ich selbst sein und zu mir stehen möchte. Es geht weiter ;)

Lasst euch einfach einmal die Zeilen, aus dem Song unten, durch den Kopf gehen und vor allem: Lasst euch nicht euer Mikrofon nehmen! :)

“Du sagst auf hohe Bäume steigt man nicht, die Luft ist dünn und kalt und man verliert den Halt. Du sagst auf hohe Bäume steigt man nicht, aber, mehr als hohle Träume bleibt dann nicht!”

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