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Archiv für die Kategorie ‘Politik + Gesellschaft’

Wie auch mehrere Medien vor ein paar Tagen berichtet haben, hat sich die rechtsextreme Partei pro Köln für den Cologne Pride 2013 angemeldet, was zu kontroversen Diskussionen geführt hat. Soll diese als Teilnehmer akzeptiert werden? Die blu-Mediengruppe, welche die schwul-lesbischen Szenemagazine rik, GAB und blu herausgibt, ist nun auf den Zug aufgesprungen, verteidigt die Teilnahme und macht Stimmung gegen Migranten – So nicht! Ein offener Brief an den Verbund!

mCruise GmbH
z. Hd. Olaf Alp
Rosenthaler Str. 36
10178 Berlin

via E-Mail: info@blu.fm, redaktion.koeln@blu.fm

Sehr geehrter Herr Alp, Sehr geehrte RedakteurInnen der blu-Mediengruppe,

mit Erstaunen habe ich Ihre Reaktion (Info: Die rik hat das Posting entfernt, auf der Seite der blu, gibt es weiterhin einen Artikel, der aber deutlich entschärft ist, was den Inhalt an sich, als auch die Wortwahl betrifft. Warum nur? Das ist feige! Eine Vertuschung des rassistischeren Textes macht die Sache nur schlimmer!)  auf die öffentliche Diskussion zur Teilnahme von pro Köln am Cologne Pride gelesen. Darin schreiben Sie, dass ein Ausschluss der rechtsextremen Partei rein rechtlich ohnehin nicht ohne weiteres durchsetzbar sei. Keine Frage, wir leben in einem demokratischem Staat, der verschiedene Meinungen aushalten muss. Ob und wie man pro Köln ausschließen könnte, das weiß ich nicht, weil ich kein Experte bin und mir die rechtlichen Kenntnisse fehlen, um darüber zu urteilen. Aber: Sollte es eine Möglichkeit geben, einen Ausschluss durchzusetzen, dann hat der Kölner Schwulen und Lesben Tag (KLuST) die Verpflichtung diesen durchzusetzen. Nicht nur, weil rechtsextreme Parteien sicher nicht für die rechtliche Gleichstellung oder gesellschaftliche Akzeptanz von schwulen, lesben, bi und trans* Personen sind, sondern auch, weil sie andere Minderheiten, vorrangig Menschen mit Migrationshintergrund, degradieren und Vorurteile gegen diese befeuern.

Sie schreiben allerdings, dass pro Köln “keine verbotene Organisation und die im Rat der Stadt vertretenen Mitgliedern demokratisch legitimiert” sind – Richtig. Weiter: “Es offenbart einen geradezu peinlichen Mangel an Rechtsstaatlichkeit, eine Organisation nur deswegen auszuschließen zu wollen, weil einem deren politische Haltung nicht passt.” – Falsch. Die Partei hat nämlich ein bestimmtes Ziel, welches sie mit ihrer Teilnahme am Cologne Pride verfolgt: Propaganda. Es ist völlig legitim, dass sich der KLuST dagegen wehrt, dieser demokratiefeindlichen und rassistischen Propaganda eine Plattform zu bieten. Zumal die Mitglieder von pro Köln mit einem Gedankengut sympathisieren, dass wir aus der Deutschen Vergangenheit kennen sollten. Damals war es auch keine besonders homofreundliche Zeit.

Den eigentlichen Anstoß für meinen Brief gibt allerdings etwas ganz anderes. Ich erwähnte gerade schon mal die Propaganda, welche pro Köln betreibt. Es scheint, als ob diese auch bei Ihnen wirkt. Wie kommt es dazu, dass sie schreiben “Es ist eine statistische Tatsache, dass überproportional viele homophobe Gewalttäter einen Immigrationshintergrund haben.” In einem Kommentar auf der Facebookseite der rik schreiben Sie dann sogar, pro Köln sei “im übrigen nicht faschistisch, sondern fremdenfeindlich“. Das macht die Sache natürlich sehr viel besser. (Vielleicht sollte ich die Ironie in diesem Satz besser betonen, damit Sie es nicht falsch interpretieren)

Falsch interpretieren ist übrigens ein prima Stichwort. Sie behaupten, dass die letzte Studie des Antigewaltprojektes “Maneo” aussagt, dass 40% der (von homophober Gewalt) Betroffenen, den Tätern eine nichtdeutsche Herkunft zuordnen. Glücklicherweise kann man, mit Hilfe diverser Suchmaschinen, sehr schnell auf die Ergebnisse der Studie kommen, die ganz anders lauten: “In 40 Prozent der Fälle haben die Betroffenen einen Einzeltäter identifiziert. (…) Um die Tätergruppen stärker einzugrenzen, wurden die Befragten gebeten, eine weitergehende Differenzierung vorzunehmen. (…) In einem offenen Feld haben dann 16 Prozent als Täter Personen „nichtdeutsche Herkunft“ vermerkt.

Kein Zweifel, homophobe Gewalt muss gestoppt werden. Wir brauchen Präventionsprojekte, Aufklärung und noch mehr, aber ich frage mich schon, wie man von “überproportional vielen homophoben Gewalttätern mit Immigrationshintergrund” – wobei sie wohl Migrationshintergrund meinten – schreiben kann, wenn es sich um 16 Prozent handelt. Wo überhaupt von 40 Prozent die Rede ist, konnte ich gar nicht feststellen. Wahrscheinlich weil Sie falsch gelesen oder sich diese “Tatsache” aus den Fingern gesogen haben.

Es gibt übrigens diverse Studien die belegen, dass Menschen mit Migrationshintergrund nicht vermehrt gewalttätig sind. Wenn überhaupt, dann kann man vielleicht davon ausgehen, dass Menschen, die der unteren sozialen Schicht angehören, öfter dazu neigen. Das sind aber bestimmt nicht nur Migranten und ist auch nicht pauschal anzuwenden.

Abgesehen davon, dass man Statistiken vielleicht vorher genauer studieren sollte, bevor man sie nutzt, um eine bestimmte Menschengruppe zu verurteilen, hat schon Martin Niemöller gesagt: “Als sie die Kommunisten geholt haben, hab ich nichts gesagt. Ich war ja kein Kommunist. Als sie die Sozialdemokraten geholt haben, hab ich nichts gesagt. Ich war ja kein Sozialdemokrat. Als sie die Juden geholt haben,hab ich nichts gesagt. Ich war ja kein Jude. Als sie mich geholt haben, war niemand mehr da der hätte etwas sagen können.

Pro Köln versucht schon seit längerem Minderheiten gegeneinander auszuspielen. Mit Erfolg. Sie sind ein gutes Beispiel dafür, dass rechtes Gedankengut und Schubladendenken nicht vor Schwulen und Lesben halt macht. Schon letztes Jahr hat Dr. Daniel K., ein schwuler Lehrer aus Dortmund, mit Pro Köln demonstriert und behauptet, der Islamismus sei die größte Gefahr für uns und der Rechtsextremismus sei doch eigentlich gar nicht so schlimm. Viel eher bestehe ein Problem, wenn wir blind bleiben und uns dieser Problematik nicht bewusst werden.

Gerade als schwuler Mann sollte man doch schnell erkennen, dass Homosexuelle nur als Propagandamittel genutzt werden und aus Sicht der Rechtsextremen auch keine “Extrawürste”, also gleichen Rechte, verdient haben. Schwule und Lesben sind nur so lange gut, wie pro Köln sie nutzen und sie diese für ihre Zwecke instrumentalisieren kann. Im Endeffekt werden wir ebenfalls niedergeschlagen.

Etwas gutes hat Ihre Provokation also: Es wird wieder sichtbar, dass wir innerhalb unserer Community(s) ein Rassismus-Problem haben. Wir gehören einer Minderheit an, die sich gerne mal andere sucht, auf denen sie rumtrampeln kann, um das eigene Selbstbewusstsein zu stärken. Seien es Tunten, HIV-positive, Fetischleute, Behinderte oder eben Migranten.

Die Geschichte von Minderheiten ähnelt sich oft. Von der Unterdrückung und dem Schmerz, zum Selbstbewusstsein und dem Kampf für die eigenen (Menschen)rechte. Gerade wir sollten zusammen stehen, statt unreflektierte Meinungen zu übernehmen und uns gegenseitig in Schubladen zu stecken. Lasst uns die Stärke unserer Vielfalt und der Gemeinsamkeiten sehen, bei allen Unterschieden die es ebenfalls geben mag.

Das gewisse schwul-lesbische Szenemagazine unpolitisch sind, ist die eine Sache, man muss sie ja nicht lesen. Dass Sie nun aber laut schreien, weil wir uns gegen undemokratische Rechtsextreme wehren und behaupten auch diese haben Toleranz verdient, ja die wahren Gegner wären Migranten, ist eine andere, eine ekelhafte, eine widerliche Sache. Das alles noch mit schlecht interpretierten und zitierten Studien. Vielleicht bleiben Sie lieber bei Ihren Modetrends, Einrichtungstipps und Partyauflistungen.

Mit freundlichen Grüßen.

Marcel D.

Update 24.05.2013: Mittlerweile hat sich Christian Knuth, als Chefredakteur, dazu geäußert. Man findet seinen Kommentar unter diesem Beitrag, es ist der 9. von oben nach unten gelesen. Bitte beachtet auch meine Antwort darauf, die direkt darunter steht. Es ist mühselig, aber seine Behauptungen, dass Statistiken eine deutliche Sprache sprechen, muss ich wieder hinterfragen. Wer ungefragt Zahlen übernimmt, ohne Infos zu checken und Vermutungen zu Tatsachen macht, der sollte anderen vielleicht nicht vorwerfen, sie könnten nicht lesen – Und ja, ich halte dass für Meinungsmache gegen Migranten und somit auch für Rassismus!

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Mit diesem Video starte ich meine neue Reihe “Marcels Meinung”, in der ich zu bestimmten Dingen meine Haltung erläutere! Das besondere daran wird sein, dass ich in sozialen Netzwerken (siehe unten) vorher erfragen werde, was euch dazu einfällt, um auch andere Stimmen zu Wort kommen zu lassen!

Also, was hältst Du von der Todesstrafe? Schreib es in die Kommentare!

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Da es momentan sehr hip ist, homosexuell zu sein, folge ich diesem Trend seit ein paar Wochen und möchte von meinen Erfahrungen berichten!

Wie findet ihr diesen Trend? Macht ihr mit? Und: Kennt ihr diese Leute, die cool sein wollen und deswegen schwul werden, aber voll hetero rüber kommen? Echt Peinlich!

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Ich habe die Ehre, in die Jury des HIV-Community-Preises von Deutscher AIDS-Hilfe, Deutsche AIDS-Gesellschaft, Deutsche Arbeitsgemeinschaft niedergelassener Ärzte in der Versorgung HIV-Infizierter und Janssen berufen worden zu sein.

Wer sich in seiner Stadt oder Gemeinde gezielt für die Verbesserung der Lebenssituation und Versorgung von Menschen mit HIV einsetzt, kann sich ab sofort um den HIV-Community-Preis bewerben.

Eine unabhängige Jury mit Vertretern der Wissenschaft und Medizin, des Nationalen Aids-Beirats und der Kommunalpolitik sowie der Akademie Waldschlösschen und der Community wird die eingereichten Bewerbungen begutachten und den Preisträger wählen.

In meiner Vorstellung als Jurymitglied schreibe ich:

“Es gibt nichts wichtigeres als Menschen und Organisationen, die sich kreativ und engagiert für eine vielfältige und starke Community einsetzen. Ihnen kann durch diesen Preis finanziell die Möglichkeit geboten werden, ihre Ideen umzusetzen. Das wichtigste ist aber Anerkennung und Respekt für ihre Arbeit, die nicht selbstverständlich ist. Sie können ein Vorbild für viele andere sein, dass Engagement Spaß macht, einen Sinn hat und nicht umsonst ist.”

Es wäre toll, wenn ihr euch die Website anschaut und ggf. Projekte einreicht, die sich zur Bewerbung eignen, damit ich eine große Auswahl habe, die ich mit meinen Jurykollegen auswerten kann. Teilt es, gebt es in eure Netzwerke, schreibt es in eure Newsletter und macht es bekannt – Danke!

Der Preis ist mit 12.000 € dotiert und wird im Juni 2013, im Rahmen des 6. Deutsch-Österreichischen AIDS-Kongresses (DÖAK) in Innsbruck, verliehen.

Alle Infos: http://www.hiv-community-preis.de

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Das Bundesverfassungsgericht hat die Rechte von homosexuellen Paaren gestärkt. Worum es sich dabei handelt, kann man in diesem Artikel der Tagesschau nachlesen!

Prompt kommen auch die ersten Reaktionen von Gegnern dieser Gleichstellung, die z. B. behaupten, dass ein Kind unbedingt einen Vater und eine Mutter braucht, um glücklich zu sein, sowie außerdem (in der Schule oder anderswo) gemobbt wird, weil es homosexuelle Eltern hat!

Was bringt Menschen zu dieser Annahme? Dieses beliebte Argument der Gleichstellungsgegner wurde durch zahlreiche Studien widerlegt! Einem Kind geht es nicht schlechter, weil es gleichgeschlechtliche Eltern hat. Manchmal entwickelt es dadurch sogar besondere soziale Kompetenzen.

Mit der Aussage, dass so etwas verboten werden sollte, weil Kinder in der Schule gemobbt werden, macht man Opfer zu Tätern! Nicht das Kind oder die Eltern sind Schuld, wenn andere es mobben, sondern diejenigen, die dies tun! Mir reichen populistische Aussagen wie diese nicht, um Diskriminierung gelten zu lassen, ich bitte um Fakten! Und die sagen – wie oben geschrieben – das Gegenteil aus.

Im Übrigen geht es in diesem Urteil darum, dass ein Kind bereits bei einem gleichgeschlechtlichem Paar lebt. Die eine Mutter hat es adoptiert, während die andere es nicht zusätzlich adoptieren durfte. Dies bedeutet für das Kind rechtliche Unsicherheit!

Ich frage also: Wenn euch angeblich das Kindeswohl (Argumente: Es wird ja gemobbt, es braucht Vater und Mutter) so wichtig ist, warum wollt ihr dann Maßnahmen verhindern, die die rechtliche Situation des Kindes absichern? Das ist scheinheilig!

Kurznotiz ist eine Reihe auf meinem Blog, in der ich aktuelle Themen aufgreife, zu denen ich kurz und spontan ein paar meiner Gedanken dazu äußere – Ihr seid herzlich zur Diskussion in den Kommentaren eingeladen!

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An der Debatte zu den falsch deklarierten Fertiggerichten, kommt aktuell wohl niemand vorbei. Statt Rindfleisch handelte es sich in einigen Fällen um Pferdefleisch!

Was mir heute bei einigen Kommentaren dazu aufgefallen ist, dass immer mehr Leute sagen: “Wenn der Verbraucher so geizig ist und für sein Essen nicht mehr Geld ausgeben will, dann ist er auch selber Schuld!”.

Abgesehen davon, dass der Verbraucher sicher nicht Schuld daran ist, wenn Pferdefleisch drin ist, wo Rindfleisch draufsteht, glaube ich, dass einige Diskussionsteilnehmer eine fremde Lebensrealität haben.

Ein SGB II-Empfänger, Leute mit Aushilfs- oder Teilzeitjobs, alleinerziehende Mütter / Väter, Rentner oder einfach alle anderen am Existenzminimum, müssen einfach oft auf jeden Cent achten und können sich eine gesündere, teurere Ernährung wahrscheinlich gar nicht leisten.

Ich glaube nicht, dass der Großteil der Verbraucher geizig, dumm oder zu faul zum Kochen ist. Ich glaube, da steckt mehr dahinter. Und es wäre schön, wenn sich die gutverdienenden Menschen nicht für die Gesamtgesellschaft als Maßstab nehmen.

Wir haben ein Problem, wenn Menschen auf diese günstigen Mittel zurück greifen müssen.  Es wäre schön, wenn wir uns auf solch eine Debatte endlich einlassen. Das “Pferdefleischproblem” bietet einen guten Einstieg…

PS: Wenn jemand mir jetzt erklären möchte, gesunde Ernährung sei nicht teurer, als eine durch Fertiggerichte, der soll mir bitte ausrechnen, wie man eine frische, gesunde Lasagne mit 0,99 Euro hinbekommt – Danke!

Kurznotiz ist eine Reihe auf meinem Blog, in der ich aktuelle Themen aufgreife, zu denen ich kurz und spontan ein paar meiner Gedanken dazu äußere – Ihr seid herzlich zur Diskussion in den Kommentaren eingeladen!

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