Unter diesem Video findet ihr nicht, wie normalerweise, die Videobeschreibung. Dieses Mal wartet auf euch, wie im Video angekündigt, ein Artikel, der mit diesem verbunden ist. Dort findet ihr auch nochmal die Motive und am Ende den TV- und Kinowerbespot mit Ernst, Zübeyde und mir – Ich hoffe es gefällt euch und ihr unterstützt das Ganze.
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Einleitung
Der Welt-Aids-Tag erinnert uns: Jede und jeder von uns kann etwas tun, damit wir alle – HIV Positive, HIV Negative und Ungetestete - positiv zusammen leben können. Jeder kann Solidarität zeigen und Ausgrenzung abwehren, wenn Menschen mit HIV diskriminiert werden.
Jeder kann selbst aktiv werden. Nicht nur am 1. Dezember, sondern an jedem Tag im Jahr. Zum Beispiel, indem er sich informiert, HIV zum Thema macht, ehrenamtlich arbeitet oder Geld spendet.
Die Kampagne “Positiv zusammen leben. Aber sicher!” bringt viele Menschen zusammen, die sich für Respekt, Toleranz und Unterstützung, sowie gegen Unwissenheit und Gleichgültigkeit engagieren.
Zum Beispiel die Botschafter und Botschafterinnen der Kampagne: Menschen, die über ihr Leben mit HIV berichten – über ihre Familien und Freunde, über HIV und die Behandlung, über ihre Erfahrungen in der Arbeitswelt, ihr freiwilliges Engagement, über Ausgrenzung, aber auch Solidarität und tatkräftige Unterstützung.
Ihre Geschichten, Bilder und Videos, sowie weitere Informationen zur Kampagne findet ihr auf www.welt-aids-tag.de/. Über 13.000 Menschen haben sich dort schon eingetragen und ihre Botschaft zum Thema “Positiv zusammen leben” veröffentlicht. Alle sind aufgerufen, von ihren Erfahrungen zu berichten – und mitzuhelfen, dass die Menschen in Deutschland verantwortungsvoll mit HIV umgehen.
Wie im Video angekündigt, möchte ich euch einen kleinen Einblick geben, wie ich die letzten Monate der Kampagnenvorbereitung empfunden habe.

Das Fotoshooting
Nach einem ersten Kampagnentreffen, fand im Juni diesen Jahres das Fotoshooting für die Plakat- und Anzeigenmotive statt, welches quasi die Vorbereitungsphase der Kampagne für uns Kampagnenbotschafter einläutete. Ich wusste nur, dass ich viel Kleidung, zwecks Auswahl des geeigneten Outfits, einpacken sollte und kannte das grobe Konzept.
Sebastian Hänel, der Fotograf, und das Team der Agentur Kakoii führten mich zunächst zur ersten Location (welche letztendlich auch auf dem Motiv zu sehen ist), der EastSideGallery in Berlin. Dort shooteten wir ca. 4 Stunden an verschiedenen Punkten, bis Hintergrund, Licht und mein Ausdruck einen positiven Gesamteindruck machten.
Witzig war eine Gruppe von asiatischen Touristen, die anscheinend dachten ich sei ein bekannter Star und fleißig Fotos von mir machten. Wir haben sie im Unklaren darüber gelassen, dass ein Foto von – und mit - mir nichts besonderes ist, denn sie strahlten über beide Ohren voller Stolz.
Zusätzlich fuhren wir in einen Berliner Club, um dort nochmals ein paar Stunden zu shooten, wobei die Bilder es nicht auf das Motiv geschafft haben, da der Hintergrund aus Neonröhren bestand und zu aufgeregt war, so dass vom eigentlichem Thema der Motive zu stark abgelenkt wurde.
An beiden Locations machten wir auch “Pressefotos”, welche an Redaktionen verschickt werden können, die normaler und natürlicher sind als die ”wichtigeren” Motive. Also hüpfte ich an der EastSideGallery und im Club in verschiedenen Posen hin und her wie ein Flummi, was riesigen Spaß gemacht hat.
Alles in allem muss ich ein großes Lob an Sebastian aussprechen, der mir als Laien die Angst vor der Kamera genommen hat und super locker war. Er hat es geschafft, dass man fast vergessen hat, welch eine Reichweite das Motiv letztendlich haben wird, so dass man nicht extrem verkrampft war.

Der Werbespotdreh
Ein weiteres Mal in Begleitung der Agentur Kakoii, kam es Anfang Juli dann zum Werbespotdreh der Kampagne, welcher in Kino und TV gesendet wird – Dieses Mal mit dabei: Regisseurin Esther Gronenborn und Junifilm als Produktionsfirma.
Meine Zeit innerhalb des Werbespots beträgt lediglich 8 Sekunden, trotzdem wurde schnell klar, dass alles perfekt werden soll, damit ein ausdrucksstarkes Endergebnis entstehen kann, welches alle Zuschauer in seinen Bann ziehen sollte.
Die Aufgabe (meinerseits): In einem schicken Berliner Café mit Freunden reden und dann auf Zuruf ein kurzer Blick in die Kamera. Klingt einfach. War es aber nicht. Den zu Beginn mussten erstmal das Licht, sowie Positionen von Möbeln, Deko und Statisten geklärt werden.
Da dies einige Stunden dauerte, konnte ich mich am Catering mit Kaffee und heißer Suppe aufwärmen, denn die Temperaturen waren, trotz des gerade begonnenen Sommers, unterirdisch. Es hieß also: Warten.
Als alles passte ging es dann richtig los und wir drehten die vermeintlich kurze Szene ein paar Hundert Mal. Da im Werbespot alles in extremer Zeitlupe zu sehen ist, musste jede noch so kleine Bewegung stimmen. Und gerade als wir eine Szene im Kasten hatten die geeignet schien, fiel bei der Zeitlupe auf, dass eine Fliege durchs Bild schwirrt.
Irgendwann haben wir es trotz allem geschafft – Die Laune sank zwar verständlicherweise nach ein paar Stunden Dreh, dennoch schafften es Esther und das Team von Junimond nochmal mich richtig zu motivieren, so dass wir, meiner Meinung nach, ein sehenswertes Ergebnis hinbekommen haben.
Ein paar Tage vorher haben wir den O-Ton in einem Studio aufgenommen, welcher im Hintergrund der Szene zu hören ist. Danke an alle die beim Dreh und den Tonaufnahmen dabei waren. Es war toll, so etwas mal miterleben zu dürfen.

Das Medientraining
Erst vor ein paar Wochen, Anfang Oktober, trafen alle Kampagnenbotschafter sich in Köln bei steinrücke + ich (einer Full-Service-Agentur für soziale Kommunikation, Fundraising und Marketing) um ein Medientraining zu durchlaufen.
Wir lernten, welche Fragen uns hellhörig machen sollten, wie man charmant klar macht, dass man bestimmte Fragen nicht beantworten möchte und generelles zu Körpersprache und Artikulation.
Mir persönlich gab das Medientraining mehr Sicherheit in Bezug auf die Pressekonferenz, welche heute morgen statt fand, wenn ich diesen Artikel am 28. Oktober 2011 veröffentlicht habe.
Es war ein lustiger, aufschlussreicher und aufregender Tag, denn wir hatten auch die Möglichkeit, mal die andere Seite zu sehen, quasi die der Journalisten, was ziemlich spannend war.

Abschluss mit Blick in die nahe Zukunft
Die Kampagne hat mir bis hierhin unglaublich viel Spaß gemacht und ich bereue es kein Stück, dass ich mich entschieden habe mitzumachen - Wobei das eigentliche Abenteuer, die heiße Phase, erst ab heute beginnt, da wir genau jetzt offiziellen Kampagnenstart haben.
Mir sind Zübeyde, Ernst und Thomas sehr ans Herz gewachsen und auch die Mitarbeiter von steinrücke + ich müssen gelobt werden, da sie uns seit Beginn der Vorbereitungen betreut haben und dies auch weiterhin in den nächsten Wochen tun werden.
Ich möchte nicht wissen, wie viel Arbeit es war, uns jeden Flug, jedes Hotel und den dazugehörigen Ablauf zu organisieren. Hinzu kommt, dass trotz der vielen Arbeit niemals ein gestresster oder unfreundlicher Eindruck gemacht wurde – Einfach eine Klasse für sich!!!
Nochmals, wie bereits im Video, möchte ich euch bitten, diesen Artikel, das Video oder die Kampagne so weit wie möglich in sozialen Netzwerken oder sonstwo zu verbreiten. Nur mit eurer Hilfe können wir es hinbekommen, dass niemand an der Kampagne vorbei kommt und wir so viele Menschen wie möglich dazu bringen, sich mit dem Thema HIV zu beschäftigen und darüber nachzudenken, was Ausgrenzung von HIV Positiven verursachen kann.
Die nächsten Wochen werden nochmal spannend, denn es folgen Medienzusammenarbeit und Termine. Außerdem hängen die Motive, es werden Anzeigen geschaltet und der Werbespot läuft. Viele Menschen werden unser Gesicht mit HIV verbinden, also erfahren, dass wir positiv sind.
Ich warte gespannt auf den Alltag in den nächsten Wochen: Wie reagieren die Menschen auf der Straße, in der U-Bahn, im Fitnessstudio, dem Club nebenan oder auf der Arbeit? – Wir werden sehen. Jetzt geht es richtig los.
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Haste gut geschrieben und toll dokumentiert….
LG und viel Erfolg aus Leipzig
Thomas