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Im letzten Jahr habe ich an Valentinstag zum ersten Mal einen offenen Brief an meine HI-Viren geschrieben. In 2012 wiederhole ich das einfach mal.

Liebe HI-Viren,

bereits im letzten Jahr habe ich euch (un)passend zum Valentinstag einen Brief geschrieben, der bis heute unbeantwortet geblieben ist. Das war mir natürlich vorher klar. Ihr könnt weder lesen, noch verstehen oder gar schreiben – Es tat mir trotzdem gut, mich an euch zu wenden. Einfach um ein paar meiner Gedanken und Gefühle herauszulassen.

Mittlerweile ist ein Jahr seit meinem ersten Brief vergangen, in dem ich euch vor allem von der Last berichtet habe, die ihr mir manchmal bereitet. Von der Anfangszeit, als ich “nie wieder Sex haben wollte”, über die körperliche Schwäche und den Pessimismus den ich manchmal verspüre, bis hin zu der Diskriminierung und den Schuldzuweisungen durch Ärzte oder Bekannte.

Vieles hat sich in den letzten Monaten getan, vor allem im Bereich der Diskriminierung. Während ich mich in der Vergangenheit teilweise wehrlos fühlte, weiß ich heute, dass man keine Ohnmacht verspüren muss, sondern sehr wohl etwas dagegen tun kann.

Als Kampagnenbotschafter für die “Positiv zusammen leben”-Kampagne, habe ich - neben anderen - meinen individuellen Weg mit euch als Viren geschildert. Das alles für eine breite Öffentlichkeit, deren Reaktion nicht immer positiv oder nett war. Aber hey, man muss nicht jedem gefallen. Das tut man auch nicht automatisch, weil man keine Biester (wie euch) in sich trägt.

Die Erkenntnis, dass über Sympathie und Antipathie nicht eure Existenz entscheidet, sondern (auch) viele andere Faktoren, war sehr wichtig für mich. Dass ihr da seid, bedeutet eben nicht das Ende von sozialen Kontakten. In einigen Fällen hat es dazu geführt, dass man Menschen, die sich abgewendet haben, einfach ziehen lässt – Dafür sind aber auch neue in mein Leben eingetreten, die ich heute umso mehr schätze.

Auch in Bezug auf Partnerschaft war es nicht immer einfach für mich zu differenzieren, ob ihr nun einen Makel darstellt oder nicht. Reicht ihr als Grund aus, warum man für längere Zeit keinen Partner findet? Nein, das glaube ich nicht (mehr). Sicherlich könnt ihr einen Grund darstellen, aber es gibt auch tausend andere Dinge, die zu diesem Zustand führen können.

Ich gebe aber zu, dass sich durch euch meine Ansprüche an einen Partner geändert haben. Mit geändert meine ich, dass sie sich verschoben haben, ob dies auch mit “höheren” Ansprüchen gleichzusetzen ist, dass weiß ich allerdings nicht. Wahrscheinlich hat dazu aber auch jeder eine andere Sichtweise.

Für mich zählen das Aussehen und die Statussymbole nicht mehr, sondern einfach jemand, der ehrlich ist und mich glücklich macht. Aber auch jemand, der diesen Weg – den ich gehe – mit mir zusammen bestreitet und einfach “da” ist. Gegenseitige Unterstützung, die nicht an Bedingungen geknüpft ist, sondern aus dem Herzen kommt – Das wollte ich, seitdem ihr da seid.

Viele Steine habe ich mir diesbezüglich aber auch selber in den Weg gelegt. Warum wurde ich nach der Diagnose auf einmal anhänglicher, eifersüchtiger oder bekam Verlustängste? Diese Gefühle kannte ich nicht und es hat mir Angst gemacht, dass ich nicht wusste, wie ich sie wieder los werde.

Es kann doch nicht sein, dass ihr mir auf der Nase herum tanzt und durch euch Gedankengänge entstehen, die vieles schwerer machen als es sein muss. In solchen Situationen hatte ich das Gefühl, dass ihr stärker seid als ich oder sogar manchmal über mich bestimmt.

Der Schlüsselbegriff lautet Arbeit: Ich habe an mir gearbeitet und versucht wieder etwas mehr Selbstbestimmung – z.B. über meine Gefühle und damit verbundene Ängste – zu entwickeln. Es hat geklappt.

Ich habe euch akzeptiert, auch wenn ich euch nicht mögen muss. Alles in allem bin ich heute an diesem Valentinstag glücklicher, als zum selben Zeitpunkt des letzten Jahres, wo mein erster Brief an euch entstanden ist.

Das liegt nicht nur daran, dass ich mittlerweile gut auf meine Medikamententherapie eingestellt bin und einen (aus meiner Sicht) tollen Partner gefunden habe, sondern vor allem daran, dass ich mich selber bewusster wahrnehme und an mir arbeite.

Ich arbeite an meinen Schwächen, aber natürlich auch daran, meine Stärken auszubauen und zu nutzen um ein glückliches und erfülltes Leben zu führen. Diese Einstellung habe ich mir wahrscheinlich erst durch euch angeeignet.

Dafür – für nicht mehr und nicht weniger – danke ich euch! Aber glaubt ja nicht, dass ich jetzt weich werde und euch nicht in den Arsch treten kann, wenn es notwendig wird. Nämlich dann, wenn ich wieder an mir zweifele und mich unglücklich fühle.

Ob es makaber ist, dass ich glaube durch euch stärker geworden zu sein? Wer weiß, ob ich genau so sein würde wie ich bin, wenn es euch nicht in mir geben würde. Da ich dies aber nicht beurteilen kann, gibt es auch gar keinen Grund sich darüber Gedanken zu machen.

Weil sich in einem Punkt wirklich nichts geändert hat, zitiere ich den Abschluss meines letzten Briefes:

“Ihr versucht mir das Leben schwer zu machen, aber egal was andere behaupten mögen, eine Tatsache wird sich in unserer Beziehung, von Virus zu Mensch und von Mensch zu Virus, niemals ändern: Ich lebe UND liebe mein Leben. Ihr seid ein Teil von mir, aber nicht mein Lebensinhalt. Nicht ihr bestimmt über mich und mein Leben, sondern ich bestimme über euch.

Es gibt so viel mehr in meinem Leben, was dieses so lebenswert macht und mich glücklich werden lässt. Oftmals steht bei HIV immer das Schlagwort Leid im Vordergrund.

Ich leide nicht, ich kämpfe – und ich werde siegen!”

Zum offenen Brief aus dem letzten Jahr: Klick!

Für ein Ehrenamt – egal in welchem Bereich - bekommt man kein Geld. Ganz im Gegenteil dazu kostet es in den meisten Fällen sogar sehr viel. Es gibt wahrscheinlich nur eine spezielle Währung, die zufrieden stellend und angemessen ist: Respekt und Anerkennung.

Der normale Arbeitsalltag, den viele Menschen tagtäglich durchlaufen, ist ein Geben und Nehmen. Für die erbrachte Arbeitsleistung bekommt man eine Gegenleistung – Meistens in Form von Geld oder in einigen abweichenden Fällen auch eine Wohnung, Verpflegung oder sonstiges.

Die meisten von uns sind indirekt gezwungen einer Arbeit nachzukommen, um den eigenen Lebensunterhalt zu bestreiten, sowie den eigenen Lebensstandard zu halten.

Ein Ehrenamt hingegen ist – bis auf ein paar Ausnahmen – ein freiwilliges Amt, für das es keine Entgeltleistung gibt. Lediglich eine Aufwandsentschädigung (wie das Wort schon sagt, wird man nur für den Aufwand entschädigt, nicht darüber hinaus) kann es vereinzelt geben.

Die Gründe warum man ein Ehrenamt antritt, können vielfältig sein. Ich persönliche engagiere mich für die Deutsche AIDS-Hilfe, weil ich Prävention und Entstigmatisierung von HIV-Positiven für wichtig halte und Vertrauen zu dieser Organisation habe, dass sie einen guten Job erledigt.

Außerdem macht es einfach Spaß mit den anderen im Team zusammen zu arbeiten. Vor allem das “Ich weiss was ich tu“-Kampagnenteam ist wie eine zweite Familie geworden, mit der man nach “Feierabend” auch noch gerne einen trinken geht und sich austauscht.

Und genau für diese Kampagne fahren wir oft deutschlandweit auf Christopher Street Days, um Prävention für schwule Männer zu betreiben, Bühnenauftritte zu durchlaufen, sowie mit Information und manchmal auch Provokation die Diskriminierung von HIV-Positiven Menschen zu bekämpfen.

Egal wo in Deutschland, werden wir vor Ort immer von einem lokalen Partner der Kampagne betreut, meistens handelt es sich um die örtliche Aidshilfe, die uns als Unterstützer anfordert.

Leider ist es aber manchmal (Gott sei Dank nur selten) so, dass diese Unterstützung als selbstverständlich angesehen wird. Oder in noch selteneren Fällen kommt es schlimmer: Die Arbeit wird auf uns abgeschoben.

Ein kleines Beispiel wäre da z. B. ein CSD aus dem vorletzten Jahr, mitten im Sommer. Wenn der Standdienst (Prävention oder allgemeine Gespräche mit Besuchern) und die Verteilung der Infomaterialen + Kondome überwiegend von den Ehrenamtlern und nicht von den Hauptamtlern ausgeführt werden, dann ist das grundsätzlich (!) erstmal ok.

Bei den Temperaturen, die an diesem Tag herrschten, braucht man allerdings auch zwischendurch Pausen, nach denen man fragt, sollten sie (wie es von vornherein sein müsste) nicht vorher besprochen worden sein. Wenn dann kein Verständnis, ja sogar eine aggressive Absage erteilt wird, dann muss man sich fragen, wo da bitte der Verstand geblieben ist.

Um es klar auszudrücken: Wir sind Ehrenamtler. Es ist unsere Freizeit, die wir investieren und es ist unsere Kraft, die wir in diese Arbeit stecken. Und das alles für keinen einzigen Cent. Damit es nicht falsch aufgefasst wird: Dieses Geld wollen wir auch garnicht, weil wir das alles aus anderen Beweggründen machen.

Aber falls man öfter solche Erfahrungen macht und keinen Respekt, sowie keine Anerkennung für sein Schaffen bekommt, dann kann man davon ausgehen, dass sich die Zahl der Ehrenamtler reduzieren wird. Es ist kontraproduktiv und vor allem respektlos, wenn ein kurzes “Danke” oder “Ok, nehmt euch mal eine kurze Auszeit” schon zuviel verlangt sind.

Das schönste Gefühl ist es, wenn man merkt, dass man geschätzt wird. Wenn Leute sagen: “Hey, super Arbeit die ihr hier macht”. Wenn HIV-Positive Menschen dafür danken, dass wir ihnen zuhören oder sie unterstüzen. Wenn man selber bewusst wahrnimmt, dass man gebraucht wird, weil es ohne einen sehr viel schwerer wäre.

Vor allem nach einem anstrengenden CSD-Wochenende sind es diese Momente, die einen glücklich nach Hause fahren lassen. Obwohl man weiß, dass man am nächsten Tag wieder arbeiten gehen muss und nicht viel Freizeit oder Erholung an den freien Tagen hatte.

Bei der “Ich weiss was ich tu”-Kampagne haben wir das Glück, dass sich die Kampagnenleitung und -Organisation sehr gut um uns sorgt. Nach jeder Präventionssaison findet ein Austausch statt, wo u. a. besprochen wird, was gut und was weniger gut lief. Werden dann solche Dinge – wie oben – angesprochen, dann wird dies umgehend geklärt.

Weil man es nicht oft genug sagen kann, als passenden Abschluss: Einen Gruß an die Ehrenamtler bei Ich weiss ich tu + der Deutschen AIDS-Hilfe - Aber auch an alle anderen, die sich ohne Gegenleistung sozial engagieren, weil es viele Bereiche gibt, die ohne eure Arbeit nicht existieren könnten. Danke und Respekt, dass ihr euch engagiert!

Neues Video  ;) Die YouTube-Videobeschreibung findet ihr wie immer unter der Verlinkung des Videos!

Sollten Dir meine Videos gefallen, würde ich mich über ein Abo, Daumen nach oben, Kommentare und Favoriten freuen.

YouTube-Videobeschreibung:

Für dieses Video habe ich die “Wohin ist die Jugendkultur?”-Reihe von KWiNK genutzt, welche (meist provokative) Aussagen über Jugendliche trifft, diese evtl. hinterfragt und zu Diskussionen in den Kommentaren anregen soll.

Wie denkt ihr über Sorglosigkeit (von Jugendlichen)? Glaubt ihr daran? Was würdet ihr über euch und eure eigenen Erfahrungen sagen? Seid ihr (sind wir) sorglos? Oder ist das nur ein Mythos?

Wie auch bereits im Video gesagt, wäre es toll, wenn ihr über euch sprecht und nicht über andere. Das tun wir eh viel zu oft, wie ich finde ;)

Zu meinem “Wo warst Du als Du Dich mit HIV infiziert hast?“-Video, in dem ich von meiner Infizierung erzähle.

Zu KWiNK´s YouTube-Kanal

Links zum Thema Sorglosigkeit:
Die Zahl der HIV-Infektionen sinkt
Schwule Männer nutzen weiterhin konsequent Kondome
“Ein 400%iger Zuwachs an Neuinfizierungen” — über den Umgang mit Zahlen
Virus-Mythen: Die neue Sorglosigkeit

Ich bin privatsexuell!

Wo fängt Privatsphäre an? In der Regel respektiert jeder die Antwort, dass jeder Mensch – ist er nicht gerade Bundespräsident – das für sich selbst beantworten muss. Aber versucht man es in die Praxis umzusetzen… - Ein Gastbeitrag von KWiNK!

Gastautor "KWiNK"

Hier konkret, worum es geht: Eine größere Zahl Menschen (20.000 bei YouTube, weitere 4.500 bei Twitter und 2.500 bei Facebook – das macht mich nicht wirklich prominent, eher milde bekannt mit künstlichem Prominenzaroma, aber immerhin) verfolgen das, was ich im Internet so treibe. Sie stellen mir auch Fragen über das, was ich dort tue, und zu meiner Person. Manche beantworte ich gerne, bei anderen muss ich möglichst freundlich vermitteln, dass das niemanden außer mir und meinem nächsten Umfeld etwas angeht. Letztere Antwort gebe ich auch auf die Frage nach meiner sexuellen Orientierung. Und das überrascht viele.

Im Internet, wo „GAY!“ noch immer als gängige und vernichtende Kritik zählt, halten die meisten User es mittlerweile für völlig selbstverständlich, dass man sich bei der ersten sich bietenden Gelegenheit ganz klar bekennt, ob man schwul, hetero, bi, trans oder was auch immer ist. Schließlich ist das ein ziemlich elementarer Teil der Identität. Man sollte doch stolz darauf sein. Oder wie oder was?

Nein, sage ich. Ist es nicht und bin ich nicht. Weil es in meinen Posts und Videos nicht um meine sexuellen Erlebnisse und Bedürfnisse geht. Weil ich 99% der Leute, die sich für das, was ich online mache, interessieren, nie im wahren Leben treffen werde und mit noch sehr viel weniger, wenn überhaupt, werde ich ins Bett gehen oder woanders Nackt-Artistik praktizieren. Welchen Unterschied macht es demnach, was für Menschen mich anziehen? Und überhaupt, warum sollte ich stolz auf die Veranlagung sein, mit der ich geboren wurde?

Der Punkt ist, dass die User noch immer gewisse Wertevorstellungen mit der Sexualität eines Menschen verbinden. Wenn sie wissen, ob ich in diese oder jene Richtung tendiere, können sie mich einordnen, mir ein weiteres Etikett aufkleben und sehen meine Videos oder lesen meine Posts in dem Wissen, dass ich das als Homo-/Hetero-/Bi-/Trans-/Irgendwassexueller von mir gebe. Die einen werden mich deswegen weniger hoch ansehen, einige vielleicht sogar verachten (Grüße an jenen Menschen, der mir schrieb, ich müsse mir Hilfe suchen und mich von meiner Homosexualität heilen lassen), wieder andere werden sich in ihrer Toleranz sonnen, dass sie die Videos dieses anderssexuellen anschauen und Freunden gegenüber sagen können: „Ist ja nichts dabei.“

Diese Befriedigung gebe ich den Leuten aber nicht. Weil es nicht wichtig ist, was ich bin, sondern was ich sage. Könntet Ihr, wenn ich mit Euch rede, bitte in meine Augen und nicht auf meinen Penis schauen? Tausend Dank.

Meistens stoße ich damit zumindest vordergründig auf Verständnis. Die Antwort, ich würde meine Sexualität nicht öffentlich machen, weil zu viele Leute da Wertvorstellungen mit verbinden, beendet meist Diskussionen. Den Folgekommentar „Wenn du es nicht sagst, bist du also schwul!“ kenne ich allerdings auch. Das sind die Leute, die noch immer denken, Schwule, Bis und Transen hätten Grund, sich zu verstecken. Und es könne keine Heterosexuellen geben, die jeden Verdacht der Homosexualität nicht sofort weit von sich wiesen (wie der oben Gegrüßte, dem ich, außer dass ich mich nicht festlegen wollte, keinen Anhaltspunkt gegeben hatte, dass ich schwul sein könnte). Genau die verkrusteten Rollenbilder, die ich zu boykottieren versuche.

Diese Leute enthüllen mir aber in der Regel mehr über sich, als ich ihnen von mir preisgebe. Für solche Leute habe ich mir noch eine Antwort angewöhnt. Wenn jemand unter eines meiner YouTube-Videos „GAY!“ schreibt, antworte ich mit „Homophob!“ Wer von uns hat das Problem? Nuff said.

KWiNK, 18. Januar 2012

Neues Video ;) Die YouTube-Videobeschreibung findet ihr wie immer unter der Verlinkung des Videos.

Sollten Dir meine Videos gefallen, würde ich mich über ein Abo, Daumen nach oben, Kommentare und Favoriten freuen.

YouTube-Videobeschreibung:

Dies sind Ausschnitte von der gestrigen Preisverleihung des EXIT-Awards, bei dem die Deutsche AIDS-Hilfe für ihre “Ich weiss was ich tu”-Kampagne ausgezeichnet wurde. Außerdem habe ich den Ehrenpreis der Redaktion für all das, was ich tue, bekommen.

Es freut mich, dass man für etwas das man tut, ein wenig Anerkennung bekommt, die einen noch mehr motiviert weiter zu machen. Ich hoffe auch, dass ich mit meiner Rede dem gerecht werde, was viele fühlen. Der Kampf gegen Diskriminierung ist noch lange nicht vorbei, wir sind gerade erst am Anfang, aber wir haben die Chance etwas zu verändern!

Danke an alle, die meine Videos schauen, Kommentare schreiben und unterstützen – Ohne euch, wäre das alles nur halb so erfolgreich. Nur gemeinsam können wir etwas verändern, egal ob HIV-Positiv, Negativ, Homo-, Hetero-, oder Bisexuell, Mann oder Frau, Alt oder Jung. :)

Also: Macht Lärm, setzt euch für schwächere ein, geht euren eigenen Weg und seid ihr selbst! Du denkst Du kannst nichts verändern… DU KANNST!

Ich freue mich sowas von auf 2012, beruflich und privat werde ich andere Wege einschlagen und mich weiter engagieren, vor allem für “Ich weiss was ich tu”-Kampagne, welche ja gestern Abend auch ausgezeichnet wurde.

Manche Gefühle, die ich ganz stark mit meiner HIV-Diagnose verbinde, konnte ich zwar innerlich definieren, aber nie an andere richtig vermitteln, ausdrücken oder beschreiben. Unbewusst hat das heute eine andere Person für mich übernommen.

Demi Moore sollte fast jedem ein Begriff sein: Eine US-Amerikanische Schaupspielerin, die gerade vor dem Ehe-Aus mit Ashton Kutcher steht.

Heute habe ich ein Zitat (aus dem Interview mit dem Harper’s Bazaar Magazin) von ihr im Radio gehört:

“Ich würde sagen, was mir wirklich Angst macht, ist, dass ich am Ende meines Lebens herausfinden werde, dass ich überhaupt nicht liebenswert bin. Das ich es nicht wert bin, geliebt zu werden. Dass da etwas ganz grundsätzlich falsch mit mir ist. Das ich von Anfang an nicht gewollt war.”

Sie hat mich damit ehrlich gesagt aus den Socken gehauen – Das ist genau das Gefühl, das ich nach meiner Diagnose hatte und welches mich teilweise heute noch verfolgt.

Als ich es gerade hörte, zuckte es irgendwie in mir und meine Gefühle haben mich fast zur Verzweiflung gebracht haben.

Sie hat unbewusst das beschrieben, was ich seit 2 1/2 Jahren nicht in Worte zu fassen schaffte. Ein Gefühl, das ich nicht beschreiben konnte. Vielleicht sogar der einzige Punkt, den ich bis heute nicht verarbeitet habe.

Etwas, wogegen ich noch immer manchmal ankämpfen muss. Plötzlich wieder damit konfrontiert zu werden – durch eine Frau, mit der ich nicht viel gemeinsam zu haben scheine – ist berührend, verängstigt mich, aber lässt auch einen Knoten platzen.

Es zeigt auch, dass andere Menschen ähnlich fühlen. Diese Erkenntnis macht es irgendwie leichter: Jeder hat sein Päckchen zu tragen, unabhängig von einem HIV-Status oder sonstwas.

Ich bin nicht allein. Du bist nicht allein. Demi ist nicht allein (…) Wir alle sind nicht allein! Auch wenn manche Situationen im Leben uns so fühlen lassen.

Mit diesen spontan geschriebenen Gedanken, lasse ich euch erstmal “alleine”…

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